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Ölpreise fallen wegen Förderplänen und Zollsorgen

Erwartete OPEC+-Ausweitung und US-Zollpolitik belasten Märkte und dämpfen Preisentwicklung Ask ChatGPT

Ölpreise fallen wegen Förderplänen und Zollsorgen

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gesunken – ausgelöst durch Erwartungen einer Ausweitung der OPEC+-Fördermengen ab August sowie durch Sorgen über mögliche neue US-Zölle, die das globale Wirtschaftswachstum bremsen könnten. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 30 Cent bzw. 0,5 Prozent auf 66,44 US-Dollar. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate verlor ebenfalls 33 Cent oder 0,5 Prozent und notierte bei 64,78 Dollar.

Analysten führten die Kursbewegung vor allem auf die Aussicht zurück, dass die OPEC+-Staaten ihre Fördermengen weiter anheben könnten. Der Allianz gehören neben der Organisation erdölexportierender Länder auch weitere Förderstaaten wie Russland an. Vier mit den Vorgängen vertraute Personen erklärten gegenüber Reuters, dass die Gruppe plane, die tägliche Produktion im August um 411.000 Barrel zu erhöhen – nach vergleichbaren Anhebungen in den Monaten Mai, Juni und Juli. Sollte dieser Plan umgesetzt werden, läge der gesamte Anstieg der OPEC+-Fördermenge in diesem Jahr bei 1,78 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht mehr als 1,5 Prozent der weltweiten Ölnachfrage.

Rohstoffexperten von ING wiesen darauf hin, dass die zunehmenden Fördermengen den globalen Ölmarkt für den Rest des Jahres gut versorgen dürften. Die vorhandene Reservekapazität innerhalb der OPEC werde ebenfalls als beruhigender Faktor angesehen. Die Marktteilnehmer scheinen laut ING von einem ausgeglichenen Ölangebot auszugehen, was die Preisentwicklung zusätzlich dämpft.

Daneben sorgt die unklare künftige Zollpolitik der Vereinigten Staaten für Unsicherheit an den Märkten. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, dass mehrere Länder schon bald mit deutlich höheren Zöllen rechnen müssten – auch dann, wenn derzeit noch Gespräche in gutem Glauben geführt würden. Hintergrund ist eine Frist am 9. Juli: An diesem Tag könnten temporäre Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die von Präsident Donald Trump am 2. April verkündeten Sätze zwischen elf und fünfzig Prozent zurückgesetzt werden.

Nach Einschätzung der US-Großbank Morgan Stanley dürfte der Brentpreis bis Anfang kommenden Jahres auf rund 60 Dollar je Barrel zurückfallen. Als Gründe werden ein gut versorgter Markt und nachlassende geopolitische Spannungen genannt. Besonders der jüngste Konflikt zwischen Israel und Iran hatte den Ölpreis kurzfristig auf über 80 Dollar steigen lassen. Nach einem US-Angriff auf iranische Nuklearanlagen und einem anschließenden Waffenstillstand sanken die Preise allerdings wieder auf 67 Dollar.

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