Ölpreise fallen vor US-Russland-Gesprächen
Sanktionen, Zölle und schwache Konjunktur dämpfen die Markterwartungen

Die Ölpreise haben im asiatischen Handel weiter nachgegeben und damit den Rückgang der Vorwoche fortgesetzt. Brent-Rohöl verbilligte sich um 33 Cent beziehungsweise 0,5 Prozent auf 66,26 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 39 Cent auf 63,49 US-Dollar fiel. Bereits in der vergangenen Woche hatte Brent 4,4 Prozent und WTI 5,1 Prozent an Wert verloren. Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf ein geplantes Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Russlands, das für den 15. August in Alaska angesetzt ist und eine mögliche Wende im Ukraine-Konflikt bringen könnte.
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag angekündigt, mit Wladimir Putin über ein Ende des Krieges zu verhandeln. Die Erwartungen an eine mögliche Aufhebung der Sanktionen, die den Export russischen Öls auf den Weltmarkt einschränken, haben dadurch zugenommen. Gleichzeitig steht im Raum, dass bei einem Scheitern der Gespräche die Strafmaßnahmen gegen Moskau verschärft werden. Trump hatte Russland eine Frist bis vergangenen Freitag gesetzt, um einem Friedensschluss zuzustimmen, andernfalls sollten Abnehmer russischen Öls mit sekundären Sanktionen belegt werden.
Parallel dazu erhöht Washington den Druck auf Indien, seine Importe aus Russland zu reduzieren. Nach Schätzungen der Beratungsfirma Energy Aspects haben indische Raffinerien bereits fünf Millionen Barrel WTI für August-Verladungen gekauft, mit der Option auf weitere fünf Millionen Barrel, abhängig vom Ausgang laufender Ausschreibungen. Für September wurden ebenfalls fünf Millionen Barrel geordert. Der Preisvorteil für WTI in Richtung Asien bleibt bestehen, was Indien vorerst den fortgesetzten Bezug von US-Öl ermöglicht.
Die Märkte sehen sich zudem mit weiteren Belastungsfaktoren konfrontiert. Trumps Anhebung von Importzöllen auf Waren aus Dutzenden Ländern, die seit Donnerstag in Kraft ist, könnte die globale Wirtschaftsaktivität bremsen, Lieferketten verändern und die Inflation anheizen. In Verbindung mit der anhaltenden Unsicherheit über die geopolitische Lage drückt dies auf die Konjunkturaussichten und damit auch auf die Ölpreise.
Neben dem Gipfel in Alaska richten Anleger ihr Augenmerk auf weitere Termine, die Einfluss auf die Preisentwicklung haben könnten. Dazu zählen bevorstehende Reden von Vertretern der US-Notenbank sowie die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten.
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Zur AktienanalyseAus China meldete das Nationale Statistikamt am Wochenende, dass die Erzeugerpreise im Juli stärker als erwartet gesunken sind, während die Verbraucherpreise unverändert blieben. Dies verdeutlicht die schwache Binnenkonjunktur und die Belastungen durch anhaltende Handelsunsicherheiten, die sich sowohl auf Unternehmen als auch auf die Konsumentenstimmung auswirken.


