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Ölpreise fallen trotz neuer US-Sanktionen

Handelskonflikte und Nachfrageängste belasten den Markt weltweit

Ölpreise fallen trotz neuer US-Sanktionen

Die Ölpreise verzeichneten am Freitag zwar tägliche Gewinne, doch insgesamt steuern sie auf den dritten wöchentlichen Rückgang in Folge zu. Hintergrund sind Sorgen über die Auswirkungen neuer Handelszölle, die von US-Präsident Donald Trump angekündigt wurden. Brent-Rohöl-Futures schlossen bei 74,66 US-Dollar pro Barrel, was einem Anstieg von 37 Cent oder 0,5 % entspricht. Dennoch wird für die Woche ein Rückgang von über 2 % erwartet. US West Texas Intermediate (WTI) legte um 39 Cent oder 0,55 % zu und beendete den Handel bei 71,00 US-Dollar pro Barrel.

Die jüngsten US-Sanktionen gegen den iranischen Rohölexport stützten die Preise kurzfristig, konnten jedoch die negative Wochenbilanz nicht ausgleichen. Die US-Regierung verhängte neue Maßnahmen gegen mehrere Personen und Tanker, die jährlich Millionen Barrel iranisches Rohöl nach China transportieren. Diese Schritte sollen den Druck auf Teheran erhöhen. Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die positiven Effekte der Sanktionen durch die Unsicherheiten im internationalen Handel gemindert werden. Insbesondere die Angst vor einer Abschwächung der globalen Nachfrage aufgrund von Zollstreitigkeiten belastet die Märkte.

John Kilduff von Again Capital LLC betonte, dass die Ölpreise derzeit stark von widersprüchlichen Signalen beeinflusst werden. Einerseits wirken die Sanktionen preisstützend, andererseits bremsen die Ankündigungen neuer Zölle die Erholung. WTI notiert in der Nähe von 70 US-Dollar pro Barrel, was laut Kilduff als untere Grenze der aktuellen Handelsspanne gilt. Unklar sei, ob dieses Preisniveau den Erwartungen des Präsidenten entspricht.

Auch die Ankündigung Trumps, die US-Ölproduktion weiter zu steigern, sorgte für Verunsicherung unter Händlern. Diese Äußerung erfolgte einen Tag nach der Veröffentlichung von Lagerbestandsdaten, die einen unerwartet starken Anstieg der US-Rohölvorräte zeigten. Analysten von BMI erklärten, dass die Sorgen über eine mögliche Abschwächung der Ölnachfrage infolge von Handelskonflikten einen erheblichen Abwärtsdruck auf die Preise ausüben.

Trump hatte zuletzt einen zehnprozentigen Zoll auf chinesische Importe angekündigt, um das Handelsdefizit der USA zu verringern. Geplante Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada wurden jedoch vorerst ausgesetzt. Experten wie Michael Haigh von Societe Generale betonen, dass solche Maßnahmen Unsicherheit auf den Märkten schaffen, was normalerweise preistreibend wirken könnte. In diesem Fall werde der Effekt jedoch durch die Befürchtung gedämpft, dass ein Handelskrieg das globale Wirtschaftswachstum und damit die Ölnachfrage belasten könnte.

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