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Ölpreise fallen trotz Lieferausfällen in Kanada

Markt reagiert auf steigende OPEC+-Förderung und anhaltende Zollspannungen

 Ölpreise fallen trotz Lieferausfällen in Kanada

Die Ölpreise sind im asiatischen Handel gefallen. Belastend wirkten dabei vor allem Sorgen über eine steigende Produktion durch das OPEC+-Bündnis sowie anhaltende Zollspannungen, die die globale wirtschaftliche Entwicklung gefährden könnten. Gleichzeitig wirkten Befürchtungen über mögliche Angebotsausfälle in Kanada stützend auf die Kurse. Die Futures für Brent-Rohöl sanken um 23 Cent beziehungsweise 0,4 Prozent auf 65,40 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor 25 Cent oder ebenfalls 0,4 Prozent und notierte bei 63,16 US-Dollar pro Barrel.

Am Vortag hatten beide Referenzsorten rund zwei Prozent zugelegt und damit ein Zwei-Wochen-Hoch erreicht. Auslöser waren unter anderem Sorgen über Lieferausfälle durch Waldbrände in Kanada sowie Erwartungen, dass der Iran ein von den USA vorgeschlagenes Atomabkommen ablehnen könnte, das für eine Lockerung der Sanktionen gegen den ölproduzierenden Staat entscheidend wäre. Trotz dieser Entwicklungen fiel es dem Markt schwer, die Gewinne auszubauen. Der Ökonom Tsuyoshi Ueno vom NLI Research Institute erklärte, dass die Produktionssteigerungen der OPEC+ eine Begrenzung nach oben darstellen.

Hoffnungen auf Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China traten in den Hintergrund, da Anleger vorsichtig blieben und teilweise Gewinne mitnahmen. Die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der Zölle blieb bestehen. Nach Angaben der Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, ist in dieser Woche ein Gespräch zwischen dem früheren US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping geplant. Zuvor hatte Trump China beschuldigt, gegen eine Vereinbarung zur Rücknahme von Handelszöllen und -beschränkungen verstoßen zu haben.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) senkte am Dienstag ihre Prognose für das weltweite Wachstum. Als Grund wurde der zunehmende wirtschaftliche Schaden durch den von Trump angestoßenen Handelskrieg genannt. Analysten beurteilten parallel die Auswirkungen der geplanten OPEC+-Erhöhungen und der Situation in Kanada. Laut Experten der Bank of America sei die aktuelle Backwardation am vorderen Ende der Ölterminkurve auf niedrige Lagerbestände seit Jahresbeginn zurückzuführen. Das weiter hinten in der Kurve zu beobachtende Contango deute hingegen auf ein künftiges Überangebot hin, das durch die OPEC+-Pläne und ein verlangsamtes Weltwirtschaftswachstum begünstigt werden könnte.

Trotz einer kurzen Wetterberuhigung gingen die Märkte weiter davon aus, dass die Waldbrände in Kanada das Angebot beeinträchtigen. Laut ING-Analysten könnte die Entspannung durch Regenwetter nur von kurzer Dauer sein, da für das Wochenende trockenere und wärmere Bedingungen erwartet werden. Analyst Ole Hvalbye von SEB schätzte, dass durch die Brände etwa 350.000 Barrel pro Tag an Produktion betroffen und gestoppt worden seien. Das entspreche mehr als drei Vierteln der Menge, die OPEC+ im Juli zusätzlich auf den Markt bringen wolle.

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