Ölpreise fallen nach US-Zurückhaltung im Nahen Osten
Trump vertagt Entscheidung zu möglichem Eingreifen im Israel-Iran-Konflikt um zwei Wochen

Die Ölpreise sind gesunken, nachdem die US-Regierung ihre Entscheidung über eine mögliche direkte Beteiligung am Konflikt zwischen Israel und dem Iran vertagt hat. Dennoch deutet alles darauf hin, dass sich der Markt auf den dritten Wochengewinn in Folge zubewegt. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um zwei Dollar beziehungsweise 2,5 Prozent auf 76,85 US-Dollar pro Barrel. Trotz des Rückgangs bleibt ein Wochenplus von über drei Prozent wahrscheinlich.
Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) für Juli, deren Handel aufgrund eines US-Feiertags am Donnerstag ruhte und die am Freitag ausläuft, notierte 14 Cent beziehungsweise 0,2 Prozent niedriger bei 75 US-Dollar pro Barrel. Der aktivere August-Kontrakt legte hingegen um 0,3 Prozent oder 19 Cent zu und erreichte 73,69 US-Dollar.
Noch am Donnerstag waren die Ölpreise um rund drei Prozent gestiegen. Anlass waren gegenseitige Angriffe zwischen Israel und dem Iran. Israel hatte dabei nukleare Ziele im Iran bombardiert, woraufhin Teheran Raketen und Drohnen gegen israelisches Gebiet einsetzte. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten halten bereits seit einer Woche an, ohne dass bislang eine Seite Anzeichen von Deeskalation zeigt. Der Iran ist der drittgrößte Produzent innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC).
Der Ölpreis reagierte zunächst deutlich auf die Aussicht einer möglichen US-Beteiligung. Die Regierung in Washington stellte jedoch klar, dass Präsident Donald Trump seine Entscheidung darüber erst innerhalb der kommenden zwei Wochen treffen werde. Laut Marktbeobachtern könnte es sich bei dieser Frist um eine bekannte politische Taktik des Präsidenten handeln, vergleichbar mit früheren Entscheidungen, bei denen gesetzte Fristen ohne konkrete Maßnahmen verstrichen sind.
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Zur AktienanalyseEin Analyst wies darauf hin, dass diese Verzögerung Spielraum für eine mögliche Entschärfung des Konflikts lasse, was den jüngsten Preisanstieg wieder abgeschwächt habe. Ein weiterer Analyst betonte, dass auch die feste Entschlossenheit der OPEC+ zur Ausweitung der Fördermengen zusätzliche Unsicherheit in den Markt gebracht haben könnte. Die Haltung des Kartells und seiner Partner dürfte in den kommenden Tagen weiterhin ein wesentlicher Faktor für die Preisentwicklung bleiben.


