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Ölpreise fallen nach OPEC+-Entscheidung und US-Zöllen

Markt reagiert auf Fördermengenerhöhung, Handelskonflikte und geopolitische Spannungen

Ölpreise fallen nach OPEC+-Entscheidung und US-Zöllen

Die Ölpreise verzeichneten am Dienstag weitere Verluste, nachdem bekannt wurde, dass OPEC+ an der geplanten Erhöhung der Fördermenge im April festhält. Gleichzeitig reagierten die Märkte auf die Auswirkungen neuer US-Zölle auf Kanada, Mexiko und China sowie auf Pekings Gegenmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten.

Die Preise für Brent-Rohöl sanken um 57 Cent oder 0,8 Prozent auf 71,05 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für US-West Texas Intermediate (WTI) um 39 Cent oder 0,6 Prozent auf 67,98 US-Dollar fiel. Laut Darren Lim, Rohstoffstratege bei Phillip Nova, sind die jüngsten Preisrückgänge in erster Linie auf die Entscheidung von OPEC+ zur Erhöhung der Ölproduktion sowie auf die Einführung der US-Zölle zurückzuführen. Zudem hätten geopolitische Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt eine zusätzliche Rolle gespielt.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und ihre Verbündeten, darunter Russland, haben beschlossen, die geplante Erhöhung der Fördermenge um 138.000 Barrel pro Tag im April umzusetzen. Dies ist die erste Anhebung der Produktion seit 2022. Lim erklärte, dass diese Maßnahme darauf abziele, frühere Förderkürzungen schrittweise rückgängig zu machen, allerdings seien auch Bedenken hinsichtlich eines möglichen Überangebots auf dem Markt aufgekommen.

Parallel dazu traten am Dienstag neue US-Zölle in Kraft. Präsident Donald Trump verhängte einen 25-prozentigen Zollsatz auf Importe aus Kanada und Mexiko, wobei kanadische Energieprodukte mit einem niedrigeren Satz von 10 Prozent belegt wurden. Gleichzeitig wurden die Importzölle auf chinesische Waren von 10 auf 20 Prozent erhöht. Analysten gehen davon aus, dass diese Maßnahmen die wirtschaftliche Aktivität und die Nachfrage nach Rohöl belasten und damit zusätzlichen Druck auf die Ölpreise ausüben werden.

China reagierte umgehend mit der Ankündigung, die Importabgaben auf eine Reihe amerikanischer Agrar- und Lebensmittelprodukte um 10 bis 15 Prozent zu erhöhen. Zudem wurden 25 US-Unternehmen mit Export- und Investitionseinschränkungen belegt.

Zusätzliche Unsicherheiten für die Märkte entstanden durch die Entscheidung der US-Regierung, sämtliche Militärhilfen für die Ukraine auszusetzen. Dies wurde von Analysten als Zeichen für eine mögliche Entspannung des Konflikts gewertet, was wiederum eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland zur Folge haben könnte. Sollte es dazu kommen, könnte ein größeres Angebot an russischem Öl wieder auf den Markt gelangen.

Ein von Reuters veröffentlichter Bericht deutet darauf hin, dass das Weiße Haus das Außen- und das Finanzministerium angewiesen hat, eine Liste möglicher Sanktionslockerungen zu erstellen. Experten von IG Markets sehen dies als weiteres Signal für eine bevorstehende Entlastung des russischen Ölmarkts. Analysten von Goldman Sachs wiesen jedoch darauf hin, dass Russlands Öllieferungen weniger durch Sanktionen als durch das OPEC+ Förderziel begrenzt würden. Eine Lockerung der Sanktionen könne daher möglicherweise keine signifikante Erhöhung der russischen Ölförderung bewirken.

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