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Ölpreise fallen nach jüngstem Höhenflug deutlich

Ukraine-Konflikt, US-Sanktionen und drohende Zölle auf Indien belasten die Märkte

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Ölpreise fallen nach jüngstem Höhenflug deutlich

Die Ölpreise haben am Dienstag nach vier Handelstagen mit Zuwächsen wieder nachgegeben. Brent-Rohöl verlor bis zum Vormittag 1,08 Dollar beziehungsweise 1,57 Prozent auf 67,72 Dollar je Barrel, nachdem am Montag noch das höchste Niveau seit Anfang August erreicht worden war. Die US-Sorte West Texas Intermediate gab um 1,13 Dollar oder 1,74 Prozent auf 63,67 Dollar je Barrel nach. Händler verwiesen auf eine abnehmende Risikobereitschaft an den Finanzmärkten, wo auch die Aktienkurse schwächer tendierten.

Analysten sehen die aktuelle Bewegung als eine Konsolidierung nach den jüngsten Anstiegen, die vor allem durch geopolitische Risiken ausgelöst wurden. Angriffe der Ukraine auf russische Energieanlagen und die Aussicht auf weitere US-Sanktionen gegen russisches Öl hatten die Preise zum Wochenbeginn nach oben getrieben. Der Konflikt hat Moskaus Ölverarbeitung und Exporte beeinträchtigt, in einigen Regionen Russlands kam es zu Benzinknappheit.

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohung bekräftigt, Russland mit neuen Strafmaßnahmen zu belegen, falls in den kommenden zwei Wochen keine Fortschritte bei den Friedensgesprächen erzielt werden. Zugleich berichteten Insider, dass Vertreter beider Regierungen am Rande der jüngsten Verhandlungen inoffiziell über mögliche Energiegeschäfte gesprochen hätten. Beobachter sehen hierin ein Zeichen für die komplexe Lage zwischen politischen Spannungen und wirtschaftlichen Interessen.

Marktexperten rechnen damit, dass die Ölpreise angesichts der zahlreichen Unsicherheiten in einer engen Handelsspanne bleiben könnten. Ein Analyst von PVM Oil Associates erwartet, dass Brent mittelfristig zwischen 65 und 74 Dollar pro Barrel notieren dürfte. Die Unsicherheiten betreffen nicht nur die Entwicklungen in der Ukraine, sondern auch den Handelskonflikt zwischen den USA und Indien.

Washington erwägt, hohe Zölle auf indische Exporte zu erheben, da das Land weiterhin große Mengen russischen Öls importiert. Indien ist nach China und Europa der drittgrößte Abnehmer russischen Rohöls. Den Planungen zufolge könnten die US-Abgaben bis zu 50 Prozent betragen und damit zu den höchsten jemals verhängten Importzöllen der Vereinigten Staaten gehören.

Die geopolitischen Spannungen, die mögliche Verschärfung von Handelsstreitigkeiten sowie die Lage an den Finanzmärkten bestimmen damit weiterhin das Bild. Analysten betonen, dass Anleger unter diesen Bedingungen nur schwer bereit seien, sich längerfristig auf eine klare Richtung im Ölhandel festzulegen.

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