Ölpreise fallen nach geopolitischem Preissprung
USA verlegen Personal, Gespräche mit Iran sollen Eskalation verhindern

Die Ölpreise sind leicht gefallen, nachdem sie am Vortag noch um mehr als vier Prozent gestiegen waren und damit ein Hoch seit Anfang April erreicht hatten. Brent-Rohöl notierte zuletzt bei 69,28 US-Dollar pro Barrel, ein Rückgang um 49 Cent oder 0,7 Prozent. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 41 Cent oder 0,6 Prozent auf 67,74 Dollar. Marktteilnehmer reagierten damit auf neue geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten sowie auf bevorstehende Gespräche zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm.
Die US-Regierung hat angekündigt, Personal aus dem Nahen Osten abzuziehen, was auf ein gestiegenes Sicherheitsrisiko in der Region hindeutet. Präsident Donald Trump sprach in diesem Zusammenhang von einer gefährlichen Lage und bekräftigte, dass die Vereinigten Staaten dem Iran keine Atomwaffen gestatten würden. Der Iran betont weiterhin, sein Atomprogramm verfolge ausschließlich friedliche Zwecke.
Analysten wiesen darauf hin, dass der jüngste Preisanstieg zum Teil übertrieben gewesen sei. Ein konkreter Angriffsdrohung durch den Iran habe es nicht gegeben, sagte Vivek Dhar, Direktor für Rohstoffforschung bei der Commonwealth Bank of Australia. Dennoch werde ein geopolitischer Risikoaufschlag den Brent-Preis wohl über 65 Dollar pro Barrel halten, zumindest bis Klarheit über den Ausgang der Gespräche herrsche.
Die Vereinigten Staaten bereiten laut Informationen aus irakischen und amerikanischen Regierungskreisen eine teilweise Evakuierung ihrer Botschaft im Irak vor. Auch Angehörige des US-Militärs dürfen laut einem US-Offiziellen Standorte in Bahrain verlassen. Der Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Rohölproduzent innerhalb der OPEC, was den Fokus auf mögliche Versorgungsengpässe zusätzlich verstärkt.
Marktbeobachter führen den jüngsten Rückgang der Ölpreise unter anderem auf technische Widerstandsmarken zurück, die im Zuge der vorherigen Rally erreicht wurden. Zudem erwarten einige Akteure eine mögliche Entspannung durch das anstehende Treffen am Sonntag. Dort sollen US-Sondergesandter Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghchi in Oman über eine US-Initiative zu einem neuen Abkommen sprechen.
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Zur AktienanalyseIndes haben sich die US-Rohöllagerbestände laut Angaben der Energiebehörde in der vergangenen Woche um 3,6 Millionen Barrel auf 432,4 Millionen Barrel verringert. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von zwei Millionen Barrel gerechnet.


