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Ölpreise fallen nach Gaza-Waffenruhe

Einigung zwischen Israel und Hamas senkt Risikoaufschlag, starker US-Dollar belastet Markt

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Ölpreise fallen nach Gaza-Waffenruhe

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken, nachdem Israel und die Hamas sich auf die erste Phase eines Plans zur Beendigung des Gaza-Krieges geeinigt haben. Die Aussicht auf eine Waffenruhe verringerte die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und nahm den Rohölmärkten damit einen Teil des Risikozuschlags. Zugleich belastete die Stärke des US-Dollars die Preise, da Öl in der Regel in Dollar gehandelt wird und dadurch für Investoren mit anderen Währungen teurer wird.

Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 34 Cent oder 0,51 Prozent auf 65,91 US-Dollar je Barrel. Das US-Referenzöl West Texas Intermediate (WTI) fiel um 38 Cent oder 0,61 Prozent auf 62,17 Dollar. Nach Einschätzung von Marktanalyst Kelvin Wong vom Finanzdienstleister OANDA steht WTI „auf der schwächeren Seite der Skala“, da der Rückgang des geopolitischen Risikoaufschlags infolge der Einigung zwischen Israel und der Hamas den Markt entlaste.

US-Präsident Donald Trump erklärte, Israel und die Hamas hätten eine lang angestrebte Vereinbarung über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln getroffen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte an, die Regierung solle noch am Donnerstag über die Annahme des Abkommens entscheiden. Der seit zwei Jahren andauernde Konflikt im Gazastreifen hatte die Ölpreise gestützt, weil Investoren befürchteten, ein regionaler Flächenbrand könnte die weltweite Ölversorgung gefährden.

Marktbeobachter Michael McCarthy, Vorstandschef der Handelsplattform Moomoo in Australien und Neuseeland, sagte, die Waffenruhe werde die Ölförderung im Nahen Osten voraussichtlich nicht beeinflussen. Die OPEC+ habe ihre jüngst vereinbarte Produktionssteigerung ohnehin nicht vollständig umgesetzt. Das Bündnis aus den Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder und ihren Partnern hatte am Sonntag beschlossen, die Förderung im November weniger stark zu erhöhen als erwartet. Damit schwanden Befürchtungen einer Überversorgung am Markt.

Am Vortag hatten die Ölpreise noch rund ein Prozent zugelegt, nachdem Anleger davon ausgegangen waren, dass die ins Stocken geratenen Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg die Sanktionen gegen Russland vorerst bestehen lassen. In den USA stieg der wöchentliche Verbrauch an Erdölprodukten laut Energieministerium zuletzt auf 21,99 Millionen Barrel pro Tag – den höchsten Wert seit Dezember 2022.

Analysten von JP Morgan berichteten, dass die weltweite Ölnachfrage im Oktober verhalten in den Monat gestartet sei. Verschiedene Indikatoren wie Containerankünfte im Hafen von Los Angeles, Lkw-Mautdaten in Deutschland und der Containerumschlag in China deuteten auf eine leichte Abkühlung der Wirtschaftsaktivität hin. Im Durchschnitt lag die globale Nachfrage in den ersten sieben Oktobertagen bei 105,9 Millionen Barrel pro Tag – rund 90.000 Barrel unter den Erwartungen der Bank. Die weltweiten Lagerbestände von Rohöl und Ölprodukten seien in der vergangenen Woche um acht Millionen Barrel gestiegen, der geringste Zuwachs seit fünf Wochen.

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