Ölpreise fallen durch Handelskonflikt und steigende US-Lagerbestände
Sanktionen gegen Iran könnten den Markt kurzfristig stabilisieren

Die Ölpreise sind am Mittwoch gesunken, nachdem steigende US-Rohölvorräte und Bedenken hinsichtlich eines erneuten Handelskonflikts zwischen den USA und China Befürchtungen über ein schwächeres Wirtschaftswachstum genährt haben. Diese Faktoren wirkten sich dämpfend auf die Preise aus, obwohl die erneute Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran kurzfristig unterstützend wirken könnte.
Brent-Rohöl-Futures notierten um 1007 GMT um 66 Cent oder 0,87 % niedriger bei 75,54 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für US-West Texas Intermediate (WTI) sank um 61 Cent oder 0,84 % auf 72,09 US-Dollar. Bereits am Dienstag schwankten die Ölpreise stark, nachdem China als Reaktion auf US-Zölle neue Abgaben auf US-Importe von Rohöl, verflüssigtem Erdgas und Kohle verhängt hatte. Dies führte dazu, dass WTI kurzzeitig um 3 % fiel, der niedrigste Stand seit dem 31. Dezember.
Die Preise erholten sich jedoch wieder, nachdem US-Präsident Donald Trump seine "maximale Druck"-Kampagne gegen den Iran reaktivierte. Diese Maßnahmen sollen das iranische Atomprogramm eindämmen und hatten bereits während Trumps erster Amtszeit dazu geführt, dass iranische Rohölexporte fast vollständig zum Erliegen kamen.
Handelsspannungen zwischen den USA und China könnten die Nachfrage nach Öl weiter dämpfen und damit den Preis belasten. Laut Bjarne Schieldrop, Chef-Rohstoffanalyst bei SEB, könnten Trumps Zölle und die eskalierenden Handelskonflikte das globale Wachstum und die Nachfrage nach Öl gefährden. Sowohl Investitionen als auch Konsumausgaben dürften durch diese unsichere Situation negativ beeinflusst werden.
Der Ölmarkt befinde sich derzeit zwischen der Angst vor einer verlangsamten globalen Nachfrage aufgrund des Handelsstreits und der potenziellen Unterbrechung der iranischen Ölversorgung, so Schieldrop weiter. Schätzungen der US-Energieinformationsbehörde zufolge beliefen sich die iranischen Ölexporte 2023 auf 53 Milliarden US-Dollar, ein ähnlicher Wert wie im Jahr zuvor. Die Produktion des Landes erreichte im Jahr 2024 das höchste Niveau seit 2018.
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Zur AktienanalyseWährend seiner ersten Amtszeit hatte Trump die iranischen Exporte durch Sanktionen bereits auf nahezu null gesenkt. Sollten diese Maßnahmen erneut verhängt werden, könnte ein Angebotsrückgang die Preise stützen, insbesondere wenn die OPEC+-Produzenten ihre Produktion langsamer als erwartet anpassen.
Zusätzlichen Druck auf die Rohölpreise übte am Mittwoch ein Anstieg der US-Rohölvorräte aus. Laut Marktquellen, die sich auf Daten des American Petroleum Institute (API) beziehen, stiegen die Rohölvorräte in der Woche bis zum 31. Januar um 5,03 Millionen Barrel. Die Benzinbestände nahmen um 5,43 Millionen Barrel zu, während die Destillatvorräte um 6,98 Millionen Barrel sanken. Die offiziellen US-Regierungsdaten zu den Öllagerbeständen werden am Mittwoch um 1530 GMT erwartet.


