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Ölpreise erholen sich leicht nach mehrtägigem Rückgang

Handelskonflikte, höhere Förderquoten und gestiegene US-Lagerbestände belasten den Markt

Ölpreise erholen sich leicht nach mehrtägigem Rückgang

Die Ölpreise sind nach einem starken Rückgang in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen. Brent-Rohöl verteuerte sich um 39 Cent oder 0,56 Prozent auf 69,69 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) um 39 Cent oder 0,59 Prozent auf 66,70 US-Dollar pro Barrel zulegte. Zuvor hatten Brent- und WTI-Öl mit Rückgängen von 6,5 Prozent beziehungsweise 5,8 Prozent in vier Handelstagen den tiefsten Stand seit Dezember 2021 beziehungsweise Mai 2023 erreicht.

Analysten führen den Anstieg der Preise auf technische Faktoren zurück. Der Marktstrategist Yeap Jun Rong von der Handelsplattform IG erklärte, dass die Überschreitung der Marke von 70 US-Dollar zu einer leichten Gegenbewegung geführt habe. Allerdings sei die Erholung weiterhin fragil, da ungünstige Angebot-Nachfrage-Dynamiken das Marktgeschehen bestimmten.

Die Unsicherheit auf dem Ölmarkt wird durch Handelskonflikte und steigende Angebotsmengen verstärkt. Die Vereinigten Staaten haben Zölle auf kanadische und mexikanische Waren verhängt, darunter auch Energieimporte. Gleichzeitig haben große Ölförderländer erstmals seit 2022 beschlossen, ihre Förderquoten zu erhöhen. Diese Entwicklung setzte die Preise unter Druck, wenngleich die Ankündigung einer einmonatigen Ausnahme für die Automobilindustrie von den US-Zöllen Hoffnungen auf eine Entspannung der Lage weckte.

Eine Quelle, die mit den Gesprächen vertraut ist, berichtete, dass US-Präsident Donald Trump möglicherweise die zehnprozentige Abgabe auf kanadische Energieimporte aufheben könnte, sofern sie bestehende Handelsabkommen erfüllen. Experten sehen in den Maßnahmen dennoch eine Bedrohung für die globale Energienachfrage und eine Störung der Handelsströme. Der Rohstoffstratege Daniel Hynes von ANZ hob zudem hervor, dass ein Anstieg der US-Rohölvorräte die negative Marktstimmung verstärkt habe.

Laut der US-Energiebehörde Energy Information Administration (EIA) sind die landesweiten Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 3,6 Millionen Barrel auf 433,8 Millionen Barrel gestiegen. Analysten hatten lediglich einen Anstieg um 341.000 Barrel erwartet. Gleichzeitig gingen die Vorräte an Benzin und Destillaten aufgrund gestiegener Exporte zurück.

Weitere Anzeichen für eine schwächelnde US-Ölnachfrage zeigen sich in den Importzahlen. Im Februar erreichten die US-Wasserimporte von Rohöl den niedrigsten Stand seit vier Jahren, insbesondere aufgrund eines Rückgangs der kanadischen Lieferungen an die Ostküste. Dies wird unter anderem auf Wartungsarbeiten an Raffinerien zurückgeführt. Die Zölle auf mexikanisches Rohöl, das für Raffinerien an der Golfküste von Bedeutung ist, bleiben weiterhin in Kraft.

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