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Ölpreise brechen nach Trumps Zoll-Ankündigung ein

Märkte reagieren nervös, Experten warnen vor Wachstumsrisiken und schwächerer Ölnachfrage

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Ölpreise brechen nach Trumps Zoll-Ankündigung ein

Die Ölpreise sind am Donnerstag um bis zu drei Prozent gefallen, nachdem US-Präsident Donald Trump umfassende neue Zölle angekündigt hat. Investoren befürchten, dass die Maßnahmen einen weltweiten Handelskrieg auslösen könnten, der das Wirtschaftswachstum bremst und die Nachfrage nach Kraftstoffen dämpft. Die Sorte Brent verlor bis 0331 GMT 1,60 US-Dollar oder 2,13 Prozent und notierte bei 73,35 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie zuvor um bis zu 3,2 Prozent gefallen war. Auch die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,62 US-Dollar oder 2,26 Prozent auf 70,09 US-Dollar und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit dem 5. März.

Trump hatte am Mittwoch einen Mindestzoll von zehn Prozent auf die meisten in die USA importierten Waren angekündigt. Für zahlreiche Produkte aus Dutzenden von Ländern sollen sogar noch höhere Zölle gelten. Die USA sind der weltweit größte Ölverbraucher, und die neuen Maßnahmen schüren Sorgen vor einer anhaltend hohen Inflation und einem möglichen Rückgang des globalen Wachstums. Laut dem Marktstrategen Yeap Jun Rong von IG wurde der Markt von der Ankündigung überrascht. Erwartet worden sei zuvor ein einheitlicher Zollsatz von 15 bis 20 Prozent. Die Entscheidung sei daher restriktiver ausgefallen als angenommen.

Von den neuen Zöllen ausgenommen sind allerdings Importe von Öl, Gas und raffinierten Produkten, wie das Weiße Haus bekanntgab. Dennoch belastete die Ankündigung am Donnerstag die Märkte spürbar. Der japanische Nikkei-Index fiel auf den tiefsten Stand seit acht Monaten, der chinesische Yuan erreichte ein Sieben-Wochen-Tief, und auch die Aktienmärkte in Asien starteten schwach in den Handelstag. Der Rohstoffexperte Bjarne Schieldrop von SEB erklärte, dass der negative Einfluss auf den Handel, das Wirtschaftswachstum und damit auch auf die Ölnachfrage sicher sei, das genaue Ausmaß der Auswirkungen jedoch noch unklar bleibe.

Analysten der UBS senkten am Mittwoch ihre Ölpreisprognosen für 2025 und 2026 um jeweils drei US-Dollar auf 72 US-Dollar pro Barrel. Sie begründeten dies mit einer insgesamt schwächeren fundamentalen Lage am Ölmarkt. Händler und Analysten rechnen nun mit einer erhöhten Volatilität der Preise, da einzelne Länder versuchen könnten, niedrigere Zollsätze auszuhandeln oder Gegenzölle zu verhängen.

Zusätzlich sorgten neue Daten der US-Energiebehörde EIA für Druck auf die Ölpreise. Die Rohölbestände in den USA stiegen in der vergangenen Woche überraschend um 6,2 Millionen Barrel, während Analysten mit einem Rückgang von 2,1 Millionen Barrel gerechnet hatten. Die Zunahme geht auf höhere Importe aus Kanada zurück, das ursprünglich mit Zöllen auf seine Öllieferungen in die USA gerechnet hatte. Die EIA-Daten zeigten zudem eine gesunkene Benzinnachfrage und eine geringere Auslastung der Raffinerien zu einem Zeitpunkt, an dem normalerweise mehr Kraftstoff für die bevorstehende Sommersaison produziert wird.

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