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Ölpreise brechen ein auf breiter Front

Handelsstreit, Konjunktursorgen und Angebotsdruck belasten den Markt gleichzeitig

Ölpreise brechen ein auf breiter Front

Die Ölpreise setzten ihre Talfahrt fort und steuerten auf den größten monatlichen Rückgang seit über drei Jahren zu. Brent-Rohöl-Futures fielen um 72 Cent oder 1,12 Prozent auf 63,53 US-Dollar pro Barrel. Die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate sank um 70 Cent oder 1,16 Prozent auf 59,71 US-Dollar je Barrel. Beide Referenzsorten verzeichneten damit Verluste von über 15 Prozent im bisherigen Monatsverlauf. Dies entspricht dem stärksten Rückgang seit November 2021.

Die Entwicklung wird unter anderem durch den eskalierenden Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China beeinflusst. Nachdem US-Präsident Donald Trump am 2. April neue Importzölle auf alle US-Einfuhren angekündigt hatte, reagierte China mit eigenen Zöllen auf US-Waren. Diese Maßnahmen zwischen den beiden größten Ölverbrauchern der Welt führten zu einer deutlich eingetrübten Aussicht auf die weltweite Kraftstoffnachfrage und versetzten die Märkte unter Druck.

Zudem zeigen sich weitere Anzeichen wirtschaftlicher Schwäche. Die Fabrikaktivität in China ging im April so stark zurück wie seit 16 Monaten nicht mehr. Auch das Verbrauchervertrauen in den USA sank auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren. Experten führen dies auf zunehmende Sorgen über die Auswirkungen der Zölle zurück. Laut einer Einschätzung der ANZ Bank könnten vorangegangene starke US-Wirtschaftsdaten nur auf kurzfristige Lageraufstockungen vor Inkrafttreten der Zölle zurückzuführen sein, was sich inzwischen abschwäche.

Analysten sehen trotz vereinzelter Signale zur Deeskalation, wie etwa zwei Anordnungen des US-Präsidenten zur Abmilderung von Autozöllen, weiterhin Druck auf dem Ölmarkt. Die US-Regierung setze ihren Kurs auf niedrigere Ölpreise fort, um die Inflation unter Kontrolle zu halten, was zusätzliche Unsicherheit bei Investoren auslöse.

Darüber hinaus sorgen Befürchtungen über ein steigendes Angebot für weiteren Preisdruck. Innerhalb der OPEC+ wird über eine zweite Erhöhung der Fördermengen innerhalb von zwei Monaten diskutiert. Die nächste Sitzung der Organisation und ihrer Partner ist für den 5. Mai angesetzt. Unterdessen stiegen laut Angaben des American Petroleum Institute die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 3,8 Millionen Barrel. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahlen durch die US-Regierung wird noch im Laufe des Tages erwartet.

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