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Ölpreise bleiben nach Alaska-Gesprächen unter Druck

Trump setzt auf Friedensabkommen und stoppt vorerst Strafzölle für russisches Öl

Ölpreise bleiben nach Alaska-Gesprächen unter Druck

Die Ölpreise stehen vor einem gedämpften Wochenauftakt, nachdem das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska die Märkte nicht in die erhoffte Richtung bewegt hat. Trump erklärte nach den Gesprächen, Ziel sei nicht ein bloßer Waffenstillstand in der Ukraine, sondern ein vollständiges Friedensabkommen. Damit wich er von der Linie ab, die bis zuletzt von Kiew und den europäischen Verbündeten mit Unterstützung Washingtons vertreten wurde.

Trump betonte zudem, er werde vorerst darauf verzichten, Strafzölle gegen Länder wie China zu verhängen, die weiterhin russisches Öl kaufen. Noch in den vergangenen Monaten hatte er mit Sanktionen gegen Moskau sowie mit sogenannten Sekundärsanktionen gegen Abnehmer wie China und Indien gedroht, falls keine Fortschritte im Ukraine-Konflikt erzielt würden. Analysten bewerten die Entscheidung so, dass der Ölfluss aus Russland ungestört anhalten könne, was preisdämpfend wirken dürfte.

Experten erwarten allerdings keine drastischen Ausschläge. Ajay Parmar vom Analysehaus ICIS sagte, die Auswirkungen dürften sich in Grenzen halten und allenfalls zu einem leichten Preisrückgang in naher Zukunft führen. Auch Giovanni Staunovo von der UBS verwies darauf, dass die Märkte nun vor allem auf die Entwicklungen beim für Montag in Washington angesetzten Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schauen. An diesem Gespräch sollen auch europäische Staats- und Regierungschefs teilnehmen, wie es aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen hieß.

Zum Wochenschluss hatten die Ölpreise bereits etwas nachgegeben. Brent-Öl notierte bei 65,85 Dollar je Barrel, während US-West Texas Intermediate bei 62,80 Dollar lag. Beide Sorten lagen damit knapp einen Dollar niedriger als noch vor den Gesprächen in Alaska. Analyst Phil Flynn von Price Futures Group erklärte, Händler warteten auf greifbare Ergebnisse, weshalb die Preise in einer engen Handelsspanne verharren dürften. Die ausgesetzten Sanktionsdrohungen gegen Russland oder gegen Drittstaaten, die dessen Öl kaufen, wirkten kurzfristig ebenfalls belastend für die Notierungen.

Russland hat seine Lieferströme seit den westlichen Sanktionen, zu denen auch ein Embargo für den Seehandel sowie Preisobergrenzen zählen, zunehmend nach Asien umgeleitet. Vor allem China und Indien sind seither zu zentralen Abnehmern russischen Rohöls geworden. Die Entscheidung Trumps, vorerst keine weiteren Strafmaßnahmen zu ergreifen, schafft für diese Handelsrouten zusätzliche Planungssicherheit und reduziert die unmittelbaren Risiken einer Angebotsverknappung.

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