Ölpreis fällt nach Einigung auf Waffenruhe deutlich
Israels Zustimmung zu Trumps Vorschlag beruhigt Märkte und dämpft Sorge vor Lieferengpässen

Ein Rückgang der Ölpreise um rund fünf Prozent hat die internationalen Energiemärkte aufhorchen lassen. Auslöser war die Ankündigung eines vollständigen Waffenstillstands zwischen Israel und dem Iran, den US-Präsident Donald Trump vermittelt hat. Israels Zustimmung zu dem Vorschlag ließ Sorgen über mögliche Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten schlagartig nachlassen – einer Region, die für einen bedeutenden Teil der weltweiten Ölproduktion verantwortlich ist.
Die Preise für die beiden wichtigsten Rohölsorten sanken deutlich. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 3,82 US-Dollar beziehungsweise 5,3 Prozent auf 67,66 US-Dollar pro Barrel. Die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor 3,75 US-Dollar oder 5,5 Prozent und notierte bei 64,76 US-Dollar pro Barrel. Damit wurden die niedrigsten Stände seit zwei Wochen erreicht.
Trump erklärte, dass beide Seiten einem vollständigen und umfassenden Waffenstillstand zugestimmt hätten. Der Iran werde die Feuerpause sofort einleiten, Israel folge zwölf Stunden später. Sollten beide Parteien die Vereinbarung einhalten, ende der Konflikt nach 24 Stunden offiziell. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte in einer Erklärung, Israel habe sein Ziel erreicht, die nukleare und ballistische Bedrohung durch Teheran zu beseitigen.
Die Märkte reagierten prompt. Analysten sehen in der Einigung einen entscheidenden Faktor für die weitere Entwicklung der Ölpreise. Laut Einschätzung der Analystin Priyanka Sachdeva könnte bei erfolgreichem Waffenstillstand mit einer Rückkehr zur Normalität auf dem Ölmarkt gerechnet werden. Auch Tony Sycamore von IG sprach davon, dass sich der zuvor eingepreiste Risikoaufschlag auf den Ölpreis fast vollständig aufgelöst habe.
Iran, als drittgrößter Ölproduzent innerhalb der OPEC, könnte bei einer Entspannung wieder mehr Öl exportieren. In den Tagen zuvor hatten die Preise noch deutlich zugelegt, nachdem die USA iranische Atomanlagen angegriffen hatten. Dies schürte Sorgen über eine Ausweitung des Konflikts, insbesondere im Hinblick auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt.
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Zur AktienanalyseDie beiden Ölkontrakte waren bereits in der vorangegangenen Handelssitzung um mehr als sieben Prozent eingebrochen. Technische Analysten verweisen auf eine starke Widerstandszone im Bereich zwischen rund 78 und 81 US-Dollar, die unter aktuellen Bedingungen kaum durchbrochen werden dürfte.

