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Ölmarkt reagiert auf neue Sanktionsfantasien

USA erhöhen geopolitischen Druck auf Russland und Venezuela

Ölmarkt reagiert auf neue Sanktionsfantasien

Die Ölpreise werden zum Wochenbeginn voraussichtlich fester in den Handel starten, nachdem sie sich zuvor über längere Zeit auf vergleichsweise niedrigem Niveau bewegt hatten. Ausschlaggebend dafür sind zunehmende geopolitische Unsicherheiten, die insbesondere von den Vereinigten Staaten ausgehen. Spekulationen über mögliche neue Sanktionen gegen Russland sowie verschärfte Maßnahmen gegenüber Venezuela haben zuletzt neue Impulse an den globalen Energiemärkten ausgelöst und die Preisentwicklung beeinflusst.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Notierungen spürbar angezogen. Die Nordseesorte Brent wird sich zum Wochenauftakt voraussichtlich oberhalb der Marke von 60 Dollar je Barrel behaupten, während die US-Referenzsorte WTI ebenfalls über 56 Dollar notieren dürfte. Im Handelsverlauf zuvor waren allerdings auch Gewinnmitnahmen zu beobachten gewesen, was auf eine weiterhin fragile Marktlage hindeutet. Händler rechnen damit, dass die Nervosität angesichts politischer Signale hoch bleiben wird.

Für zusätzliche Volatilität hatten zuletzt Entwicklungen rund um Venezuela gesorgt. Die US-Regierung hatte Maßnahmen ergriffen, um sanktionierte venezolanische Öltanker an der Auslieferung ihrer Ladungen zu hindern. Zusammen mit der Festsetzung eines Schiffs vor der venezolanischen Küste hatte dies die Sorge vor möglichen Lieferausfällen verstärkt. Aussagen aus Washington, wonach Venezuela den Vereinigten Staaten Energierechte entziehe, hatten die Spannungen weiter verschärft und die Risikoprämien am Ölmarkt steigen lassen.

Parallel dazu rücken mögliche neue Sanktionen gegen Russland stärker in den Fokus. In Washington wird laut Marktteilnehmern über zusätzliche Maßnahmen gegen den russischen Energiesektor beraten, sollte es keine Fortschritte bei einem Friedensabkommen im Ukraine-Konflikt geben. Dabei stehen vor allem Transporte über die sogenannte Schattenflotte sowie Akteure im Mittelpunkt, die russische Ölexporte ermöglichen. Die Aussicht auf Einschränkungen dieser Ströme hat die Erwartungen an das globale Angebot beeinflusst.

Trotz der jüngsten Erholung bleibt der übergeordnete Preistrend für das laufende Jahr jedoch negativ. Der Ölmarkt wird weiterhin von der Annahme geprägt, dass das weltweite Angebot die Nachfrage übersteigen dürfte. Konjunktursignale aus wichtigen Wirtschaftsräumen sowie Preisdaten aus den Förderregionen deuten auf eine strukturelle Schwäche hin. Zudem nimmt die Liquidität vor den Feiertagen ab, was stärkere Preisschwankungen begünstigen könnte. Marktbeobachter gehen davon aus, dass politische Nachrichten kurzfristig dominieren werden, während fundamentale Faktoren vorerst im Hintergrund bleiben.

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