Ölmärkte reagieren gelassen auf Trumps Zoll-Drohung
Händler zweifeln an Umsetzung, China und Indien bleiben vorerst unbeeindruckt

Die Ölmärkte reagierten am Montag gelassen auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Käufer von russischem Öl mit Strafzöllen zu belegen. Händler und Analysten zeigten sich zunehmend unbeeindruckt von den wiederholten Ankündigungen der US-Regierung, die in der Vergangenheit oft ohne konkrete Umsetzung geblieben waren. Trump hatte vorgeschlagen, Länder, die weiterhin russisches Öl kaufen, mit Zöllen zwischen 25 und 50 Prozent zu belegen. Die Maßnahme könnte die internationalen Ölmärkte erheblich beeinflussen, sofern sie tatsächlich in Kraft tritt. Doch unter Marktteilnehmern herrscht Skepsis, ob die Drohung mehr als eine leere Ankündigung ist.
Trotz der Androhung möglicher Lieferstörungen sank der Ölpreis leicht. Die Brent-Rohöl-Futures für Juni fielen um 0,2 Prozent auf 72,59 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 69,18 US-Dollar pro Barrel. Analysten erklärten, dass der Markt zunehmend abgestumpft auf die Ankündigungen aus dem Weißen Haus reagiere. Ohne konkrete Maßnahmen werde es vorerst keine übermäßigen Ausschläge bei den Preisen geben, hieß es.
China und Indien zählen zu den wichtigsten Abnehmern russischen Öls und spielen daher eine zentrale Rolle bei der möglichen Wirkung von Sekundärsanktionen. Bereits bestehende US-Sanktionen haben dazu geführt, dass chinesische Staatskonzerne wie Sinopec und Zhenhua Oil den Einkauf russischen Öls eingestellt oder reduziert haben. Dennoch zeigte sich der Markt in China von der neuen Drohung weitgehend unbeeindruckt. Mehrere Händler berichteten, dass sie Trumps Aussagen kaum noch ernst nehmen. Die wiederholten Drohungen hätten ihre Wirkung verloren, erklärte ein chinesischer Händler.
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Zur AktienanalyseSollte die Drohung konkretisiert werden, dürfte entscheidend sein, wie strikt die Maßnahme durchgesetzt wird und ob die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die eigene Produktion erhöht, um mögliche Lieferausfälle aus Russland auszugleichen. Analysten verweisen auf die kürzlich verhängten Sekundärsanktionen gegen venezolanisches Öl, die als Modell für den Umgang mit ähnlichen Maßnahmen gegen Russland dienen könnten. Chinesische Käufer hätten ihre Einkäufe bereits vor Inkrafttreten der Sanktionen zurückgefahren, doch es werde erwartet, dass sie nach Wegen suchen werden, den Handel fortzusetzen, solange keine generellen Verbote aus Peking ausgesprochen werden.


