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Ölallianz führt neue Kapazitätsbewertung ein

Neuer Mechanismus soll Konflikte entschärfen und realistische Förderquoten sichern

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Ölallianz führt neue Kapazitätsbewertung ein

Die Opec plus hat bei ihrem Treffen beschlossen, das Ölangebot im ersten Quartal 2026 stabil zu halten und einen neuen Mechanismus zur Bewertung der Förderkapazitäten der Mitgliedstaaten einzuführen. Ein unabhängiges US-Beratungsunternehmen soll künftig feststellen, wie viel Öl ein Land innerhalb von 90 Tagen maximal fördern und anschließend ein Jahr lang konstant halten kann. Diese sogenannte Maximum Sustainable Capacity wird zur Grundlage für die Festlegung der Förderquoten ab dem Jahr 2027.

Für den Großteil der Mitglieder übernimmt das in Dallas ansässige Unternehmen DeGolyer and MacNaughton die Bewertung. Russland und Venezuela werden hingegen von einem indischen Unternehmen überprüft. Der Iran nutzt einen Durchschnittswert seiner Produktion in den Monaten August, September und Oktober. Der neue Bewertungsprozess soll zu Jahresbeginn starten und im kommenden September abgeschlossen werden, bevor er jährlich wiederholt wird. Ziel ist es, Länder zu berücksichtigen, die in neue Kapazitäten investiert haben oder dies planen. Zudem sollen die Mitgliedstaaten künftig Mengen produzieren können, die ihrer tatsächlichen Kapazität entsprechen.

Konflikte über Fördermengen hatten in der Vergangenheit zu Spannungen innerhalb der Allianz geführt. Einige Länder überschritten ihre Vorgaben, darunter Kasachstan, das durch die Ausweitung des Tengiz-Felds wiederholt mehr produzierte, als seine Quote zuließ. Vor allem Saudi-Arabien reagierte verärgert, da es einen Großteil der Produktionskürzungen trägt und niedrigere Preise besser verkraften kann als Kasachstan.

Im laufenden Jahr hatte das Kartell überraschend eine zuvor gekürzte Produktionsmenge früher als geplant wieder freigegeben. Statt einer schrittweisen Erhöhung bis 2026 brachten die beteiligten Staaten wesentlich größere Mengen zurück auf den Markt. Gleichzeitig kündigte die Gruppe an, weitere Kürzungen schrittweise zurückzunehmen. Für das erste Quartal entschieden die Länder allerdings, keine zusätzlichen Erhöhungen vorzunehmen, da saisonal bedingt weniger Öl nachgefragt wird.

Für das kommende Jahr wird ein deutliches Überangebot erwartet. Die Internationale Energieagentur prognostiziert einen globalen Überschuss von mehr als vier Millionen Barrel pro Tag, während die US-Energiebehörde von 2,2 Millionen Barrel ausgeht. Ursache für die abweichenden Einschätzungen sind unter anderem unterschiedliche Annahmen zu den Lagerbeständen, die bereits im September ein Mehrjahreshoch erreicht hatten. Ein erheblicher Teil davon entfiel auf China, das große Mengen an sanktioniertem Öl einlagerte.

China und Indien, wichtige Abnehmer russischen Öls, zeigen sich nach jüngst verschärften Maßnahmen der G7 zurückhaltender. Dennoch erwarten einige Händler, dass der Markt sich an die Bedingungen anpassen wird. Russland kämpft zugleich damit, seine Förderung auszuweiten, da die tatsächlichen Kapazitäten niedriger liegen als die zugeteilten Quoten. Dies trägt dazu bei, dass der Ölpreis trotz hoher Ankündigungen stabil bei etwa 60 US-Dollar pro Barrel verbleibt. Die neue MSC-Bewertung soll nun dafür sorgen, dass künftige Quoten realistischer ausfallen und angekündigte Kürzungen glaubwürdiger werden.

OPEC+ÖlEnergie

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