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Öl- und Biokraftstoffindustrie fordern höhere Quoten

Verbände drängen die Trump-Regierung auf langfristige Vorgaben ab 2026

Öl- und Biokraftstoffindustrie fordern höhere Quoten

US-amerikanische Öl- und Biokraftstoffverbände haben sich in dieser Woche zusammengeschlossen, um die neue Trump-Regierung aufzufordern, die Mengen an erneuerbaren Kraftstoffen, die ab 2026 und darüber hinaus in den nationalen Kraftstoffmix beigemischt werden müssen, zu erhöhen. Dies geht aus einem von Reuters eingesehenen Schreiben hervor. Der Schritt gilt als ungewöhnlich, da die Öl- und Biokraftstoffindustrie in der Vergangenheit häufig in Konflikt bezüglich des Renewable Fuel Standard (RFS) standen, einem etwa zwei Jahrzehnte alten Gesetz, das Raffinerien verpflichtet, Milliarden Gallonen Biokraftstoffe wie Ethanol in Kraftstoffe wie Benzin beizumischen oder entsprechende Zertifikate von anderen Unternehmen zu kaufen.

Die Ölindustrie betrachtete Biokraftstoffe wie ethanolhaltigen Kraftstoff aus Mais traditionell als unerwünschte Konkurrenz für erdölbasierte Kraftstoffe. Inzwischen stimmen jedoch die Interessen beider Branchen in der Ablehnung von Elektrofahrzeugen überein, da diese eine Bedrohung für alle Arten von flüssigen Kraftstoffen darstellen. Präsident Donald Trump hatte im Vormonat eine Anordnung seines Vorgängers Joe Biden aufgehoben, die vorsah, dass bis 2030 die Hälfte aller in den USA verkauften Neufahrzeuge elektrisch angetrieben sein sollte, um die Treibhausgasemissionen zu senken.

In dem an Lee Zeldin, den neuen Leiter der Environmental Protection Agency (EPA), gerichteten und auf Mittwoch datierten Schreiben betonten die Gruppen die Bedeutung flüssiger Kraftstoffe für die US-Wirtschaft. Es sei wichtig, die Wahlfreiheit der Verbraucher hinsichtlich der Kraftstoffart zu gewährleisten. Die Unterzeichner erklärten, sie seien der Ansicht, dass starke und stabile Zielvorgaben für konventionelle Biokraftstoffe, Biodiesel auf Biomassebasis sowie fortschrittliche Kraftstoffe besser die Verfügbarkeit und die fortlaufenden Investitionen in Rohstoffe und Produktionskapazitäten widerspiegelten. Ein Vertreter einer der Gruppen stellte gegenüber Reuters klar, dass sie eine Erhöhung der Mengen anstreben.

Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören das American Petroleum Institute, eine der führenden Handelsorganisationen der Ölindustrie, sowie die Renewable Fuels Association und Growth Energy. Die American Fuel and Petrochemical Manufacturers, ein weiterer Verband der Ölbranche, der sich üblicherweise zu Themen im Zusammenhang mit dem RFS äußert, war in dem Schreiben nicht vertreten.

Die Gruppen forderten die EPA zudem auf, mehrjährige Standards für den RFS festzulegen, um sowohl Raffinerien als auch Produzenten erneuerbarer Kraftstoffe mehr Marktsicherheit zu bieten. Die Vorgaben für erneuerbare Kraftstoffmengen, bekannt als Renewable Volume Obligations (RVOs), wurden bis einschließlich 2022 jährlich vorgeschlagen und finalisiert. Ab 2023 wurden die Standards bis 2025 festgelegt. Die EPA hatte die Biokraftstoffmengen für 2023 auf 20,94 Milliarden Gallonen, für 2024 auf 21,54 Milliarden Gallonen und für 2025 auf 22,33 Milliarden Gallonen festgelegt. Die Behörde wird voraussichtlich bald mit der Festlegung der Volumenvorgaben für das Jahr 2026 beginnen.

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