Occidental Petroleum hochgestuft: Evercore sieht starkes Cashflow-Potenzial
Evercore ISI hebt Occidental Petroleum auf „Outperform" und erhöht das Kursziel auf 65 Dollar – Schuldenabbau als zentraler Treiber.

Evercore ISI hat Occidental Petroleum von „Underperform" auf „Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 58 auf 65 US-Dollar angehoben. Das renommierte Analysehaus begründet diesen markanten Meinungswechsel damit, dass der US-Ölproduzent nach einer längeren Phase unterdurchschnittlicher Wertentwicklung nun von einer deutlich gestärkten Bilanz und verbesserter Kapitaleffizienz profitieren dürfte. Die Hochstufung markiert einen bemerkenswerten Wandel in der Einschätzung der Wall Street gegenüber dem Unternehmen.
Im Kern des Investment-Arguments steht der konsequente Schuldenabbau, den Occidental in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat. Evercore argumentiert, dass diese Bemühungen zusammen mit strukturell niedrigeren Betriebskosten das Profil des freien Cashflows grundlegend verändert haben. Dadurch sei das Unternehmen nun besser positioniert, um von den Fundamentaldaten des Rohölmarktes zu profitieren.
Rückkehr zu Aktionärsausschüttungen erwartet
Evercore erwartet, dass die erzielten Verbesserungen eine Rückkehr zu Ausschüttungen an die Aktionäre unterstützen werden. Konkret nennt das Analysehaus die potenzielle Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen in der zweiten Jahreshälfte 2028 als möglichen Meilenstein. Dies wäre ein klares Signal für das wiedergewonnene finanzielle Selbstvertrauen des Unternehmens.
Das Analysehaus ist überzeugt, dass der Markt die Fähigkeit von Occidental, einen höheren freien Cashflow zu generieren und zu signifikanten Aktionärsrenditen zurückzukehren, noch nicht vollständig eingepreist hat – und das selbst ohne einen kräftigen Anstieg der Ölpreise. Evercore sieht das Investment-Argument daher weniger in einem überlegenen Produktionswachstum, sondern vielmehr in den sich verbessernden Fundamentaldaten ausgehend von einer stark diskontierten Bewertung.
Effizienzgewinne und langlebige Ressourcenbasis als Stützen
Evercore räumt ein, dass das prognostizierte Wachstum des freien Cashflows pro Aktie bei Occidental bis 2030 hinter dem einiger Large-Cap-Wettbewerber aus dem Bereich Exploration und Produktion zurückbleibt. Dennoch sieht das Analysehaus die Beständigkeit der Effizienzgewinne und die Vorteile der vereinfachten Kapitalstruktur als vom Markt unterschätzte Faktoren.
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Zur AktienanalyseAls weitere Treiber eines widerstandsfähigeren langfristigen Cash-Generierungsprofils nennt Evercore konkret folgende Punkte:
- Niedrigere Bohrungskosten
- Sinkende Erhaltungsinvestitionen
- Langlebige Ressourcenbasis in den US-Onshore-Anlagen
- EOR-Aktivitäten (Enhanced Oil Recovery)
- Präsenz im Golf von Amerika und im Persischen Golf
Diese Kombination aus operativer Effizienz und geografischer Diversifikation soll Occidental langfristig eine robustere Cashflow-Basis sichern. Für deutsche Anleger, die in den US-Energiesektor investieren möchten, ist die Neubewertung durch Evercore ein wichtiges Signal: Nicht immer sind es die wachstumsstärksten Unternehmen, die die attraktivsten Einstiegschancen bieten – manchmal liegt der Wert in der Sanierung und Neuausrichtung eines etablierten Produzenten.


