OCBC senkt Gold- und Silberprognosen für 2026 deutlich
Höhere Realrenditen, ein stärkerer Dollar und nachlassende Nachfrage belasten den Ausblick für Edelmetalle.

Die Singapurer Bank OCBC hat ihre Preisprognosen für Gold und Silber bis Ende 2026 erheblich nach unten korrigiert. Als Hauptgründe nennt die Bank ein schwieriger gewordenes makroökonomisches Umfeld. Konkret belasten höhere Realrenditen, ein stärkerer US-Dollar sowie eine nachlassende Investorennachfrage die Aussichten für beide Edelmetalle.
Besonders deutlich fällt die Revision beim Goldpreis aus: OCBC senkte ihre Prognose für den Goldpreis (USD/XAU) zum Jahresende 2026 von zuvor 5.100 US-Dollar pro Unze auf nun 4.360 US-Dollar pro Unze. Das entspricht einem Rückgang von rund 740 US-Dollar oder etwa 15 Prozent gegenüber der früheren Schätzung – eine signifikante Korrektur, die das veränderte Marktumfeld widerspiegelt.
Makroökonomisches Umfeld belastet Edelmetalle
Höhere Realrenditen sind traditionell ein Gegenwind für Gold und Silber, da diese Edelmetalle keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwerfen. Steigen die realen Zinssätze – also die nominalen Zinsen abzüglich der Inflation – wird das Halten von Gold im Vergleich zu verzinslichen Anlagen weniger attraktiv. Gleichzeitig wirkt ein starker US-Dollar dämpfend, da Gold in Dollar notiert und für Käufer aus anderen Währungsräumen teurer wird.
Hinzu kommt die nachlassende Investorennachfrage, die OCBC als weiteren Belastungsfaktor identifiziert. In Phasen hoher Unsicherheit oder Inflation strömen Anleger typischerweise in Edelmetalle als sicheren Hafen. Lässt dieses Interesse nach, fehlt ein wichtiger Nachfragetreiber für steigende Preise.
Konstruktiver Langzeitausblick bleibt bestehen
Trotz der deutlichen Prognosesenkung hält OCBC an einem grundsätzlich positiven längerfristigen Ausblick für Gold und Silber fest. Die Bank sieht also die aktuellen Herausforderungen als vorübergehend an und erwartet, dass beide Edelmetalle auf längere Sicht wieder an Attraktivität gewinnen könnten.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist diese Einschätzung relevant, da Gold hierzulande traditionell als Bestandteil der Vermögensabsicherung gilt. Die Prognoserevision einer renommierten Großbank wie OCBC signalisiert, dass kurzfristig Gegenwind herrscht – auch wenn das langfristige Bild konstruktiv bleibt.
Anleger sollten die Entwicklung der Realrenditen und des US-Dollars weiterhin genau beobachten, da diese Faktoren laut OCBC maßgeblich die Preisentwicklung bei Gold und Silber beeinflussen werden. Eine Entspannung an diesen Fronten könnte den Edelmetallen wieder Auftrieb verleihen.


