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O2 Telefónica streicht jede sechste Stelle in Deutschland

Der Mobilfunker baut bis zu 1.100 Vollzeitstellen ab und schließt 60 Shops – Restrukturierung kostet 265 Millionen Euro.

O2 Telefónica streicht jede sechste Stelle in Deutschland

Telefónica Deutschland setzt den Rotstift an: Der Münchner Mobilfunkanbieter O2 plant, bis Ende 2025 bis zu 1.100 Vollzeitstellen zu streichen. Das entspricht rund jeder sechsten Stelle im Unternehmen – im Januar zählte O2 Telefónica noch 6.820 Vollzeitkräfte. Um den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten, bietet das Unternehmen Abfindungen und weitere freiwillige Ausstiegsprogramme an.

Parallel dazu schrumpft das Filialnetz: Von aktuell rund 800 O2-Shops sollen bis Jahresende 60 eigene Standorte schließen. Franchise-Partner sind von dieser Maßnahme nicht betroffen. Die Gesamtkosten der laufenden Restrukturierungsphase beziffert das Unternehmen auf 265 Millionen Euro, für die entsprechende Rückstellungen gebildet werden.

Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse begründet den Umbau mit dem Ziel, die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. „Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz Künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen", erklärte er. Argelich Hesse hatte Anfang 2026 die Führung von seinem langjährigen Vorgänger Markus Haas übernommen, der Ende vergangenen Jahres das Unternehmen verlassen hatte.

Zweite Sparrunde bis 2028 geplant

Der Stellenabbau ist nur der erste Schritt eines mehrstufigen Sparprogramms. Ab dem kommenden Jahr sollen weitere Kürzungen folgen, mit denen O2 die Organisation bis 2028 „bedarfsgerecht weiter verschlanken" will. Im Fokus der zweiten Phase stehen vor allem Callcenter und der Vertrieb. Für diese Runde werden zusätzliche Rückstellungen von bis zu 155 Millionen Euro gebildet.

Sind beide Phasen vollständig umgesetzt, rechnet Telefónica Deutschland ab 2028 mit jährlichen Kosteneinsparungen von rund 185 Millionen Euro. Für Anleger, die die Aktie der spanischen Muttergesellschaft Telefónica S.A. im Blick haben, sind diese strukturellen Maßnahmen ein wichtiges Signal für die mittelfristige Profitabilitätsentwicklung des deutschen Segments.

Verlust von 1&1 als Auslöser des Umbaus

Ein wesentlicher Treiber der Krise ist der Verlust des größten Firmenkunden: 1&1 nutzte über Jahre das O2-Netz als Vorleistungsprodukt und zahlte dafür Netzmiete. Inzwischen hat das Unternehmen mit seinen rund 12 Millionen Mobilfunkkunden den Anbieter gewechselt und bezieht seine Netzkapazitäten nun von Vodafone. Der Wegfall dieser Einnahmen belastete die Kasse von O2 Telefónica erheblich und gilt als einer der Hauptgründe für den eingeleiteten Konzernumbau.

Im Wettbewerb um Netzqualität zeigt sich O2 dennoch auf Aufholjagd. Laut Bundesnetzagentur erreichte das Unternehmen im Dezember eine 4G-Flächenabdeckung von 88,6 Prozent und eine 5G-Abdeckung von 76,2 Prozent. Zum Vergleich: Marktführer Deutsche Telekom kommt auf 92,5 Prozent (4G) und 87,9 Prozent (5G), Vodafone auf 91,7 Prozent (4G) und 75,7 Prozent (5G). Der Abstand zur Telekom hat sich damit laut Bundesnetzagentur zuletzt spürbar verringert.

Das Kerngeschäft von O2 bleibt der Mobilfunk. Zwar vertreibt das Unternehmen auch Festnetz-Internetverträge, greift dabei jedoch auf die Infrastruktur von Wettbewerbern zurück – ein Segment, das für O2 eher eine Nebenrolle spielt. Für Privatanleger bleibt die entscheidende Frage, ob das Sparprogramm ausreicht, um die durch den 1&1-Abgang entstandene Ertragslücke mittelfristig zu schließen.

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