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O2 startet Preiskampf gegen Telekom

Aggressive Rabatte und Strategien im Wettbewerb um neue Kunden

O2 startet Preiskampf gegen Telekom

Der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland unter der Leitung von CEO Markus Haas plant eine offensive Strategie, um bis 2026 Millionen von neuen Kunden zu gewinnen und einen möglichen Umsatzrückgang abzuwenden. Die Details dieser Strategie werden langsam deutlich, und sie sind äußerst aggressiv.

Der erste Schritt in dieser neuen Offensive zielt darauf ab, Paare und Familien mit einem besonders verlockenden Rabatt anzulocken. Laut Insiderinformationen wird O2, eine Marke von Telefónica, neuen Kunden einen pauschalen Rabatt von 50 Prozent gewähren, wenn sie bis zu vier weitere Anschlüsse für Partner oder Kinder buchen. Diese zusätzlichen Anschlüsse können aus verschiedenen Tarifstufen ausgewählt werden, und der Rabatt gilt auch für den Hauptvertrag. Darüber hinaus plant Telefónica auch Rabatte für spezielle Festnetzanschlüsse. Eine offizielle Ankündigung dieses Angebots steht noch aus.

Es wird vermutet, dass dieses Angebot direkt auf die Deutsche Telekom abzielt, die in den letzten Jahren mit ähnlichen Familien- und Kombitarifen große Erfolge erzielt hat. Die Telekom konnte die Anzahl ihrer Mobilfunkvertragskunden im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf fast 25 Millionen steigern, obwohl sie relativ hohe Preise verlangt.

Im Gegensatz dazu hat Telefónica zwar bereits mehr als 27 Millionen Vertragsanschlüsse, setzt jedoch weniger um. Rund 64 Prozent der Telekom-Mobilfunkkunden haben auch einen Festnetztarif des Unternehmens abgeschlossen.

Der Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen wird auch durch einen Personalwechsel angeheizt. Seit dem 1. August ist bei der Telekom mit Wolfgang Metze ein alter Weggefährte von O2-Chef Haas für das Privatkundensegment verantwortlich. Metze gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die jüngsten Erfolge von Telefónica.

Diese neue Offensive von O2 wird als erster Schritt von Andreas Laukenmann, dem neuen Leiter des Privatkundensegments von O2, angesehen. Laukenmann soll in Zukunft weitere Angriffe planen, um neue Kunden anzulocken, ohne die Preiserhöhungsstrategie seines Chefs zu konterkarieren. Haas hatte vor einem Jahr angekündigt, dass aufgrund der hohen Investitionen in den Netzausbau Preiserhöhungen notwendig seien.

Es wird erwartet, dass das neue Kombiangebot von Telefónica ab Mitte Januar verfügbar sein wird und in mehreren Punkten fortschrittlicher ist als das der Telekom. Die Durchschnittspreise könnten deutlich unter das Niveau des Vorjahres fallen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Konkurrenten Telekom und Vodafone bald mit Gegenangeboten reagieren werden.

Die Hintergründe dieses Preiskampfes liegen unter anderem in der Entscheidung von Ralph Dommermuth, dem Milliardär hinter 1&1, sein Unternehmen von Telefónica zu Vodafone zu verlagern. Dies hat den deutschen Mobilfunkmarkt in Bewegung gebracht und könnte für Telefónica Umsatzverluste in Millionenhöhe bedeuten.

Markus Haas plant auch, im Geschäftskundensegment aufzuholen, da Telefónica in diesem Bereich noch Nachholbedarf hat. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob er das Wholesale-Geschäft ankurbeln kann, bei dem Unternehmen Mobilfunkangebote von Telefónica weiterverkaufen. Es gab bereits Gespräche mit dem Hamburger Anbieter Freenet, bei denen es um eine Öffnung des 5G-Netzes ging.

Die Zukunft von Telefónica hängt nun davon ab, ob diese aggressiven Strategien erfolgreich umgesetzt werden können, um den Preiskampf in der Telekommunikationsbranche zu gewinnen. Haas setzt auf die Anziehungskraft von Rabatten und hofft, dass diese Taktik neue Kunden anlockt und den Umsatz steigert.

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