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Nyrstar: Aktionäre beantragen Verwalter nach Fälschungsvorwürfen in Antwerpen

Aktionäre des Buntmetall-Konzerns Nyrstar fordern per Gericht einen vorläufigen Verwalter – inmitten strafrechtlicher Ermittlungen.

Nyrstar: Aktionäre beantragen Verwalter nach Fälschungsvorwürfen in Antwerpen

Das an der Euronext Brüssel notierte Buntmetall-Bergbauunternehmen Nyrstar steht unter erheblichem rechtlichem Druck. Bestimmte Aktionäre haben am 26. Juni beim Unternehmensgericht Antwerpen einen Antrag auf einstweilige Maßnahmen eingereicht. Sie fordern die Bestellung eines vorläufigen Verwalters für das Unternehmen – für einen Zeitraum von 12 Monaten oder bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung in dem Verfahren.

Der Hintergrund ist gravierend: Nyrstar geriet bereits am 8. Juni unter den Verdacht der mutmaßlichen Urkundenfälschung, der Verwendung falscher Jahresabschlüsse sowie des Missbrauchs von Gesellschaftsvermögen. Das Untersuchungsrichteramt in Antwerpen leitete entsprechende Ermittlungen ein. Die Vorwürfe wiegen schwer und haben nun eine Welle rechtlicher Schritte durch Aktionäre ausgelöst.

Weitreichende Forderungen der klagenden Aktionäre

Die klagenden Aktionäre verlangen, dass ein vorläufiger Verwalter sämtliche Aufgaben der Geschäftsführung und Verwaltung im weitesten Sinne übernimmt – sowohl aktiv als auch passiv. Dies schließt ausdrücklich die Zeichnungsberechtigung eines Direktors ein. Der Verwalter soll damit alle Geschäftsführungshandlungen im Interesse der Gesellschaft vornehmen können.

Darüber hinaus soll der vorläufige Verwalter die Position von Nyrstar in laufenden und etwaigen neuen Gerichtsverfahren festlegen. Außerdem soll er alle notwendigen straf- oder zivilrechtlichen Ansprüche im Namen und für Rechnung des Unternehmens geltend machen können. Die Forderungen zielen damit auf eine vollständige Übernahme der Unternehmenssteuerung durch eine externe, gerichtlich bestellte Person ab.

Hilfsweise beantragen die klagenden Aktionäre zudem die Bestellung eines Ad-hoc-Sachwalters innerhalb des Unternehmens – ebenfalls für einen Zeitraum von 12 Monaten, mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Dieser soll mit voller Befugnis ausgestattet sein, Gerichtsverfahren im Namen des Unternehmens zu führen. Im Fokus stehen dabei insbesondere die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen in Antwerpen.

Nyrstar bestreitet Vorwürfe und wehrt sich gegen Kostenforderungen

Nyrstar selbst bestreitet weiterhin die Vorwürfe der klagenden Aktionärsgruppe, von der die Klage ursprünglich ausging. Das Unternehmen lehnt auch deren Forderung ab, die Prozesskosten zu übernehmen. Damit zeichnet sich ein langwieriger Rechtsstreit zwischen dem Unternehmen und Teilen seiner Aktionärsbasis ab.

Nyrstar ist ein international tätiger Buntmetallkonzern mit bedeutenden Produktionsstandorten. Das Unternehmen betreibt in Südaustralien eine der weltweit größten Multimetall-Schmelzhütten, in der Blei, Silber, Zinkrauch und Kupferstein verarbeitet werden. Zudem unterhält Nyrstar eine Zinkhütte in der Nähe seines Hauptsitzes in den Niederlanden sowie eine historische Zinkraffinerie in Frankreich.

Die Entwicklungen rund um Nyrstar verdeutlichen, wie ernst die Lage für das Unternehmen ist. Strafrechtliche Ermittlungen wegen Urkundenfälschung und Bilanzmanipulation in Kombination mit aktivistischen Aktionärsklagen können das Vertrauen von Investoren nachhaltig erschüttern. Für Anleger, die in Nyrstar investiert sind oder dies erwägen, bleibt die Situation vorerst mit erheblicher Unsicherheit behaftet.

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