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Nvidia zwischen Vision und Konkurrenzdruck

Jensen Huang verspricht mehr Rechenleistung, doch neue Rivalen stellen sein Modell infrage.

Nvidia zwischen Vision und Konkurrenzdruck

Jensen Huang, der Mitbegründer und Chef von Nvidia, hat auf der Kundenkonferenz GTC erneut große Versprechungen gemacht. In der SAP-Arena von San Jose verfolgten über 25.000 Teilnehmer seine Keynote, während mehr als 300.000 Menschen weltweit zugeschaltet waren. Huang präsentierte dabei neue Entwicklungen in der KI-Technologie und prognostizierte eine hundertfache Steigerung des Rechenaufwands im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der optimistischen Aussichten fiel die Nvidia-Aktie am selben Tag um drei Prozent.

Anleger zeigen sich zunehmend unsicher über die Zukunft von Nvidias KI-Geschäft. Besonders der wachsende Wettbewerb durch neue Modelle aus China, darunter von DeepSeek, sorgt für Skepsis. Diese Modelle erfordern weniger Rechenleistung für das Training und sind effizienter in der Anwendung. Die Frage, ob Nvidias teure Hardware-Infrastruktur langfristig ausreichend Rendite erwirtschaften kann, beschäftigt Investoren. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz im Markt für große Sprachmodelle, was die Dominanz des Unternehmens herausfordert.

Huang trat in seiner gewohnten schwarzen Jeans, Lederjacke und T-Shirt auf und zeigte sich unbeeindruckt von den Zweifeln. Er betonte, dass der Rechenaufwand weiter steigen werde, da neue KI-Technologien nicht nur einfache Abfragen verarbeiten, sondern komplexe Probleme eigenständig lösen und automatisierte Prozesse ermöglichen. Diese Entwicklung führe zu einer steigenden Nachfrage nach leistungsfähigen Systemen, wie dem neuen Blackwell Ultra, einer verbesserten Version der aktuellen Nvidia-Chipgeneration. Im vergangenen Quartal erzielte das Unternehmen mit diesen Produkten einen Umsatz von elf Milliarden Dollar. Trotz eines Produktionsrückstands durch einen Designfehler rückte Huang bereits den Nachfolger namens Vera Rubin in den Fokus, der in der zweiten Jahreshälfte erscheinen und dreimal schneller als Blackwell Ultra sein soll. Für die spätere Generation, benannt nach dem Physiker Richard Feynman, wurden ebenfalls Leistungssteigerungen angekündigt.

Um seine Marktstellung zu sichern, setzt Nvidia auf strategische Allianzen mit Unternehmen wie General Motors und Disney. Während GM Nvidia-Technologie für Fahrzeugentwicklung und Produktionsplanung nutzt, erforscht Disney humanoide Roboter mit Nvidias Unterstützung. Gleichzeitig kündigte Huang mit Nvidia Dynamo eine Open-Source-Software an, die bestehende Systeme effizienter nutzen soll. Dies soll es ermöglichen, auch ältere Nvidia-Chips wie Hopper weiterhin gewinnbringend einzusetzen.

Die Marktdynamik verändert sich jedoch spürbar. Während Nvidia bisher vor allem im Training großer KI-Modelle dominierte, verlagert sich der Fokus zunehmend auf deren Anwendung. Neue Konzepte, wie der „Mixture of Experts“-Ansatz von DeepSeek, verringern den Rechenaufwand und senken dadurch die Kosten. Dies gibt günstigeren Alternativen von AMD und Intel eine Chance, während auch Cloud-Anbieter wie Amazon, Google und Microsoft verstärkt eigene KI-Chips entwickeln, um sich von Nvidia unabhängig zu machen. Trotz des zunehmenden Wettbewerbs bleibt Nvidia ein zentraler Akteur in der Branche.

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