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Nvidia zertifiziert Samsung, SK Hynix und Micron für HBM4-Lieferung

Jensen Huang bestätigt: Alle drei großen Speicherhersteller liefern HBM4-Chips für Nvidias nächste KI-Beschleuniger-Generation Vera Rubin.

Nvidia zertifiziert Samsung, SK Hynix und Micron für HBM4-Lieferung

Nvidia-CEO Jensen Huang hat am 5. Juni 2026 offiziell bestätigt, dass Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology die Zertifizierung für die Lieferung von HBM4-Speicher (High-Bandwidth Memory) für die Vera-Rubin-Plattform erhalten haben. Es ist das erste Mal, dass Nvidia die Zulassung aller drei großen Speicherhersteller öffentlich bestätigt. Die Ankündigung, die zunächst von Bloomberg gemeldet wurde, beendet monatelange Spekulationen innerhalb der Halbleiter-Lieferkette.

Vera Rubin ist der Nachfolger der Grace-Blackwell-GPU-Architektur von Nvidia und wurde speziell für sogenannte „Agentic AI"-Workloads entwickelt. Die Plattform ging nach ihrer Ankündigung auf der GTC Taipei Keynote am 1. Juni 2026 in die Serienproduktion. Laut Nvidia bietet Vera Rubin im Vergleich zur Vorgängerplattform Grace Blackwell einen zehnmal höheren Durchsatz für KI-Agenten bei großflächiger Skalierung.

Was ist „Agentic AI"?

Huang erläuterte das Konzept in einer Erklärung zum Produktionsstart: „Agentic AI ist eine neue Art von Workload. Ein einziger Prompt kann eine tausendstufige Reise aus logischer Schlussfolgerung, Informationsabruf, Werkzeugnutzung und Antwortgenerierung auslösen." Weiter sagte er: „Vera Rubin wurde für diesen Moment entwickelt – eine KI-Fabrik-Engine, die Intelligenz in großem Maßstab liefert, mit der Leistung, Effizienz und Sicherheit, die für die nächste industrielle Revolution erforderlich sind."

Agentic AI beschreibt KI-Systeme, die eigenständig komplexe, mehrstufige Aufgaben ausführen können – ein Bereich, der in der Industrie als nächste große Entwicklungsstufe künstlicher Intelligenz gilt. Für solche Anwendungen sind besonders leistungsstarke und schnelle Speicherlösungen wie HBM4 entscheidend.

Marktanteile: SK Hynix dominiert, Samsung und Micron folgen

Obwohl Nvidia keine offiziellen Volumenzuteilungen bekanntgegeben hat, schätzen von TechTimes zitierte Analysten der Lieferkette, dass SK Hynix rund 60 bis 70 Prozent des HBM4-Volumens für Vera Rubin auf sich vereint. Samsung soll demnach etwa 25 bis 30 Prozent übernehmen, während Micron den verbleibenden Rest liefert. SK Hynix hatte den Qualifizierungsprozess vor der Konkurrenz gestartet und sich damit einen klaren Vorsprung gesichert. Samsung begann im Februar 2026 mit der Massenproduktion von HBM4.

Huangs Zertifizierungsankündigung fiel in eine Südkorea-Reise, bei der er voraussichtlich mit den Vorsitzenden großer Konglomerate wie SK Group, Samsung, LG Group, Hyundai Motor Group und Naver zusammentrifft. Themen sollen Zusagen zum Produktionshochlauf sowie Partnerschaften im Bereich der physischen KI sein. Bereits am 2. Juni hatte Huang SK Hynix öffentlich aufgefordert, mehr HBM-Chips zu produzieren, und gegenüber Reportern erklärt, dass das weltweite Halbleiterangebot weiterhin knapp sei.

Micron-Aktie unter Druck trotz positiver Lieferkettennachrichten

Trotz der grundsätzlich positiven Meldung für alle drei Speicherhersteller reagierte der Markt bei Micron negativ. Die Aktie des US-Chipherstellers fiel am Donnerstag, dem 5. Juni, um 7,7 Prozent. Bereits vor Handelsbeginn hatte das Papier rund 4,4 Prozent verloren. Als Ursache gelten ein starker US-Arbeitsmarktbericht, der Technologiewerte unter Druck setzte, sowie ein sogenannter „KI-Aktien-Kater" nach den Quartalsergebnissen von Broadcom vom Mittwochabend.

Der Kursrückgang bei Micron verdeutlicht, dass positive Nachrichten auf Unternehmensebene nicht immer vor makroökonomischen und sektorweiten Marktbewegungen schützen. Für deutsche Anleger, die in den Halbleitersektor investiert sind, bleibt die Entwicklung rund um HBM4 und Nvidias Vera-Rubin-Plattform ein zentrales Thema – schließlich hängt ein erheblicher Teil der KI-Infrastruktur weltweit von diesen Speicherchips ab.

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