Nvidia übertrifft Erwartungen: So reagieren 10 Wall-Street-Analysten
Nvidia meldet Rekordumsatz von 81,62 Milliarden Dollar und überrascht die Wall Street mit einem starken Ausblick für das zweite Quartal.

Nvidia hat im ersten Quartal einen Umsatz von 81,62 Milliarden Dollar erzielt und damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 78,86 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Der Bereich Rechenzentren steuerte 75,2 Milliarden Dollar bei – gegenüber erwarteten 72,8 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 1,87 Dollar ebenfalls über der Konsensschätzung von 1,76 Dollar.
Für das zweite Quartal prognostiziert Nvidia einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar, plus oder minus 2 Prozent. Damit übertrifft der KI-Chip-Gigant die Wall-Street-Erwartung von 86,84 Milliarden Dollar erheblich. CEO Jensen Huang versuchte dabei, Anleger zu beruhigen, dass das phänomenale Wachstum des Unternehmens anhält – gestützt auf eine breite Kundenbasis und neue Produkte.
Neben den starken Quartalszahlen kündigte Nvidia ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 80 Milliarden Dollar an. Zudem hob das Unternehmen seine vierteljährliche Bardividende von 1 Cent auf 25 Cent pro Aktie an – eine Verzehnfachung, die laut Evercore ISI auf möglicherweise höhere Kapitalrückgaben im Kalenderjahr 2026 hindeutet als die bislang prognostizierten 120 Milliarden Dollar.
Vera-CPUs eröffnen neuen Milliardenmarkt
Besonderes Aufsehen erregte Huangs Ankündigung rund um die neuen „Vera"-Zentralprozessoren. Laut Huang eröffnen diese einen adressierbaren Markt von 200 Milliarden Dollar. Bis zum Ende des Geschäftsjahres erwartet Nvidia mit Vera-Chips einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar – und das vollständig außerhalb der bereits kommunizierten Prognose von 1 Billion Dollar für Blackwell- und Rubin-KI-Chips zwischen 2025 und 2027.
„Ich erwarte, dass Vera der zweitgrößte Umsatzträger neben den 1 Billion Dollar bei Blackwell- und Rubin-Chips sein wird", sagte Huang. „Alle unsere Kunden sind sehr begeistert von Vera." Gleichzeitig räumte er ein, dass Nvidia über die gesamte Lebensdauer der kombinierten Chipplattform Vera Rubin angebotsbeschränkt sein werde. Vera Rubin soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.
Huang verwies zudem auf ein schnell wachsendes neues Subsegment von Rechenzentrumskunden: KI-spezifische Cloud-Firmen, deren Umsätze im Quartal in etwa denen der großen Hyperscaler entsprachen, aber schneller wuchsen. Nvidia gab außerdem Cloud-Computing-Vereinbarungen im Wert von 30 Milliarden Dollar bekannt, nach 27 Milliarden Dollar im Vorquartal.
Trotz Rekord: Aktie reagiert verhalten
Trotz der starken Zahlen zeigten sich die Nvidia-Aktien im vorbörslichen Handel am Donnerstag relativ verhalten. Analysten sehen darin ein Zeichen, dass Anleger trotz des robusten kurzfristigen Ausblicks einen härteren Wettbewerb langfristig einpreisen. Viele der größten Kunden von Nvidia investieren massiv in die Entwicklung eigener maßgeschneiderter Chips – ein strukturelles Risiko für die Marktdominanz des Unternehmens.
Wolfe Research kommentierte: „Wir sind nicht überrascht, dass die Aktie nicht stärker auf den Bericht reagiert hat, da nicht das Juli-Quartal entscheidend ist, sondern das Kalenderjahr 2027." Die Analysten verwiesen darauf, dass andere KI-Computing-Unternehmen zuletzt eine solidere Visibilität für das nächste Jahr geliefert hätten, was deren Outperformance vorangetrieben habe.
Was die großen Banken sagen
Die Reaktionen der Wall-Street-Analysten fallen überwiegend positiv aus. Ein Überblick über die wichtigsten Einschätzungen:
Goldman Sachs
sieht einen klareren Weg für die Aktie, den Markt in den kommenden Monaten zu übertreffen – getrieben durch steigende Hyperscaler-CapEx und verbesserte Kapitalallokation.
Morgan Stanley
betont, dass die relative Bewertungslücke zu groß sei, um sie zu ignorieren, und hält Nvidias Position als wichtigster KI-Chiplieferant für unanfechtbar.
Bank of America
hebt die „beispiellose Vielfalt der Wachstumsfaktoren" hervor und sieht bei KI-Fabriken und Plattformunterstützung ein Fast-Monopol, das maßgeschneiderte ASICs nicht abdecken können.
Bernstein
beschreibt das Quartal als stark und verweist auf außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Blackwell sowie das anhaltende Vertrauen in die 1-Billion-Dollar-Trajektorie bis 2027.
Raymond James
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Zur Aktienanalysehebt hervor, dass Nvidia für 2030 einen CPU-TAM von 200 Milliarden Dollar prognostiziert – deutlich mehr als AMDs jüngste Schätzung von 120 Milliarden Dollar.
Citi
begrüßt die verbesserte Transparenz bei den Rechenzentrumsumsätzen durch die neue Aufschlüsselung in Hyperscale und ACIE (AI Clouds, Industrial & Enterprise).
Stifel
erhöht das Kursziel auf 282 Dollar und führt Schätzungen für das Geschäftsjahr 2029 ein.
Macquarie
verweist auf gestiegene Mietpreise für A100- und H100-GPUs als Zeichen für die anhaltend hohe Nachfrage.
Die Gesamtlage bleibt für Nvidia damit trotz kurzfristiger Zurückhaltung an den Märkten fundamental stark. Die Kombination aus Rekordquartal, ambitioniertem Ausblick, neuen Produktkategorien und massiven Kapitalrückgaben unterstreicht die dominante Stellung des Unternehmens im globalen KI-Chip-Markt.


