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Nvidia überschreitet 40 Milliarden Dollar bei KI-Aktienbeteiligungen in 2026

Der Chipriese investiert massiv entlang der gesamten KI-Lieferkette – und erntet bereits historische Renditen.

Nvidia überschreitet 40 Milliarden Dollar bei KI-Aktienbeteiligungen in 2026

Nvidia hat seine Rolle als strategischer KI-Investor in diesem Jahr dramatisch ausgebaut. Der weltgrößte Chiphersteller hat bereits Zusagen von über 40 Milliarden Dollar in Aktienbeteiligungen getätigt und sein Portfolio kontinuierlich um börsennotierte sowie private Unternehmen erweitert. Die Strategie zielt darauf ab, die gesamte KI-Infrastrukturkette zu finanzieren – und damit sicherzustellen, dass diese auf Nvidia-Hardware basiert.

Allein in dieser Woche schloss Nvidia eine Vereinbarung mit dem Rechenzentrumsbetreiber IREN ab, die das Recht einräumt, bis zu 2,1 Milliarden Dollar in das Unternehmen zu investieren. Nur einen Tag zuvor hatte Nvidia einen Pakt mit Corning geschlossen, der Investitionen von bis zu 3,2 Milliarden Dollar in den 175 Jahre alten Glashersteller ermöglicht. Die Aktien beider Unternehmen legten nach den Bekanntgaben deutlich zu.

Historische Renditen und milliardenschwere Wetten

Die Investitionsstrategie erweist sich bereits als äußerst lukrativ. Die Beteiligung in Höhe von 5 Milliarden Dollar an Intel ist inzwischen mehr als 25 Milliarden Dollar wert – eine außergewöhnliche Rendite innerhalb weniger Monate. Intel hat sich in diesem Jahr mit einem Plus von weit über 200 Prozent zu einem der gefragtesten Werte am Aktienmarkt entwickelt.

In diesem Jahr hat Nvidia mindestens sieben milliardenschwere Investitionen mit börsennotierten Unternehmen unterzeichnet. Darüber hinaus war das Unternehmen laut FactSet an rund zwei Dutzend Finanzierungsrunden privater Firmen beteiligt, darunter auch Deals in relativ frühen Phasen. Die größte Einzelwette war ein Scheck über 30 Milliarden Dollar für den ChatGPT-Entwickler OpenAI. Nvidia beteiligte sich zudem an massiven Finanzierungsrunden für Anthropic und Elon Musks xAI, kurz bevor letzteres im Februar mit SpaceX fusionierte.

Im vergangenen Geschäftsjahr investierte Nvidia 17,5 Milliarden Dollar in private Unternehmen und Infrastrukturfonds, „hauptsächlich zur Unterstützung von Start-ups in der Frühphase", wie aus dem Jahresbericht bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Die in der Bilanz geführten Beteiligungen an nicht börsengängigen Unternehmen stiegen bis Ende Januar auf 22,25 Milliarden Dollar – verglichen mit lediglich 3,39 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das Unternehmen meldete Gewinne aus diesen Vermögenswerten sowie aus börsennotierten Aktien in Höhe von 8,92 Milliarden Dollar, nach 1,03 Milliarden Dollar im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Kritik: Zirkuläre Investitionen wie in der Dotcom-Ära?

Nvidia ist der größte Gewinner des KI-Booms. Das Unternehmen produziert die Grafikprozessoren (GPUs), die für das Training von KI-Modellen und die Bewältigung großer Rechenlasten erforderlich sind. Der weltweite Wettlauf um GPUs hat die Nvidia-Aktie innerhalb von vier Jahren um mehr als das Elffache steigen lassen und das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von rund 5,2 Billionen Dollar katapultiert – damit ist Nvidia das wertvollste Unternehmen der Welt.

In einigen Bereichen der KI-Branche wächst jedoch die Besorgnis, dass Nvidia – ähnlich wie die Cloud-Anbieter Google und Amazon – in andere Unternehmen investiert, um das eigene Wachstum künstlich anzuheizen. Nvidia, das im vergangenen Geschäftsjahr einen freien Cashflow von 97 Milliarden Dollar generierte, unterstützt genau jene Unternehmen, die seine Chips kaufen, und least in einigen Fällen Rechenkapazitäten direkt von ihnen zurück. Kritiker vergleichen dies mit der sogenannten Verkäuferfinanzierung („Vendor Financing"), die seinerzeit zum Aufblähen der Dotcom-Blase beitrug.

Matthew Bryson, Analyst bei Wedbush Securities, erklärte in einer Mitteilung, dass Nvidias Investitionen und Ausbauten „genau in das Thema der zirkulären Investitionen" passen, welches Befürchtungen hinsichtlich der Beständigkeit des Marktes schürt. Bryson sieht in den Investitionen jedoch auch eine Bestätigung von Nvidias Vision und den Aufbau eines „Wettbewerbsvorteils" (Competitive Moat), sofern das Unternehmen die Strategie erfolgreich umsetzt.

Während der letzten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen im Februar sagte Nvidia-Chef Jensen Huang: „Unsere Investitionen sind sehr gezielt und strategisch darauf ausgerichtet, die Reichweite unseres Ökosystems zu erweitern und zu vertiefen." Da der Ergebnisbericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres in weniger als zwei Wochen ansteht, werden die Aktionäre ein klareres Bild über den Umfang des expandierenden Portfolios und dessen Auswirkungen auf die Finanzen erhalten.

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