Nvidia, SpaceX-IPO, Walmart und Bezos zur KI-Blase
Die wichtigsten Börsennews: Nvidia glänzt mit 85% Umsatzwachstum, SpaceX reicht Börsenprospekt ein, Walmart enttäuscht mit schwachem Ausblick.

Nvidia hat erneut die Erwartungen der Analysten übertroffen und im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 85% verzeichnet. Der Treiber: explodierende Nachfrage im Bereich Rechenzentren. Dennoch notieren die Aktien des Chipherstellers vorbörslich leicht im Minus – auf Kurs für den vierten Kursrückgang in Folge nach einer Quartalsmeldung.
Der Umsatz im Geschäftsbereich Rechenzentren hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt und belief sich im ersten Quartal auf 75,2 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich kündigte Nvidia ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 80 Milliarden Dollar an und erhöhte die Quartalsdividende auf 25 Cent pro Aktie.
CEO Jensen Huang bezeichnete das Quartal in der Analystenkonferenz als „außergewöhnlich" und erklärte, die „Nachfrage sei parabolisch gestiegen" – angetrieben durch die Einführung agentenbasierter Künstlicher Intelligenz. Im CNBC-Interview räumte Huang zudem ein, dass Nvidia den chinesischen Markt für KI-Chips aufgrund von US-Exportbeschränkungen „weitgehend an Huawei abgetreten" habe. In einer Mitteilung an die Börsenaufsicht warnte das Unternehmen, eine Eskalation des Iran-Kriegs könnte „geschäftliche Unsicherheit" schaffen.
SpaceX auf dem Weg an die Börse
SpaceX hat am Mittwochnachmittag seinen Börsenprospekt bei den Aufsichtsbehörden eingereicht und damit einen entscheidenden Schritt Richtung erwartetem Rekord-IPO gemacht. Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen plant die Notierung an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX.
Im Prospekt beziffert SpaceX den adressierbaren Gesamtmarkt auf 28,5 Billionen US-Dollar – der Großteil davon außerhalb des bestehenden Geschäfts. Musk kontrolliert laut dem Dokument 85% der Stimmrechte. Der Großteil der Investitionsausgaben im ersten Quartal entfiel auf den Bereich Künstliche Intelligenz.
Parallel dazu berichtete CNBC aus einer Quelle, dass OpenAI bereits am Freitag vertraulich einen IPO-Antrag stellen könnte. Ein Unternehmenssprecher erklärte, der Fokus liege „weiterhin auf der Umsetzung".
Walmart enttäuscht, E.l.f. Beauty überrascht positiv
Walmart-Aktien verloren im vorbörslichen Handel rund 2%, nachdem der US-Einzelhandelsriese einen schwächer als erwartet ausgefallenen Jahresausblick veröffentlicht hatte. CFO John David Rainey erklärte gegenüber CNBC, dass Verbraucher zunehmend unter Druck geraten könnten, da der ausgleichende Effekt hoher Steuerrückzahlungen nachlasse und die Benzinpreise hoch blieben.
Positiver verlief der Tag für E.l.f. Beauty: Die Aktien des Kosmetikunternehmens stiegen im nachbörslichen Handel um 9%, nachdem die Erwartungen für das vierte Quartal übertroffen wurden. E.l.f. gab zudem bekannt, einige zollbedingte Preiserhöhungen zurückzunehmen – angesichts der Belastung der Käufer durch hohe Benzinpreise.
Fed-Protokolle dämpfen Zinssenkungshoffnungen
Die gestern veröffentlichten Protokolle der letzten Fed-Sitzung zeigten, dass die meisten Notenbanker höhere Zinsen für notwendig halten könnten, falls der Iran-Krieg die Inflation hoch hält. Einige Teilnehmer ließen jedoch Zinssenkungen offen, sollte sich der Arbeitsmarkt oder die Inflation abkühlen. Die Fed hatte die Zinsen auf ihrer April-Sitzung stabil gehalten – bei dem höchsten Grad an Uneinigkeit seit 1992.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen ging gestern von ihrem fast 19-Jahres-Hoch zurück. Auslöser war eine Aussage von Präsident Donald Trump, das Weiße Haus befinde sich in der „Endphase" der Verhandlungen mit dem Iran.
Bezos weist KI-Blasen-Sorgen zurück
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAmazon-Gründer Jeff Bezos äußerte sich in einem ausführlichen CNBC-Interview gelassen zu Bedenken über eine mögliche KI-Blase: „Selbst wenn es sich als Blase herausstellen sollte, sollte man sich keine Sorgen machen, denn die Blase treibt Investitionen an, und viele dieser Investitionen werden sich als sehr gesund erweisen." Bezos sprach zudem Steuerpolitik an und erklärte, die untere Hälfte der Einkommensbezieher solle keine Einkommensteuer zahlen.
Bezos kritisierte außerdem eine von ihm als „Verunglimpfung" bezeichnete Haltung gegenüber Wohlhabenden und bemängelte ein Video des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, das sich auf Citadel-Gründer Ken Griffin konzentrierte. Mamdani reagierte noch am Mittwoch in den sozialen Medien auf die Kommentare.
Intuit kündigt massiven Stellenabbau an
Intuit, Anbieter von Finanzsoftware wie TurboTax und QuickBooks, hat als jüngster Technologiekonzern einen massiven Stellenabbau angekündigt. Die Aktien des Unternehmens verloren daraufhin vorbörslich rund 15%. Die wichtigsten Eckdaten der Ankündigung:
- Betroffene Belegschaft: 17%
- Restrukturierungskosten: 300 bis 340 Millionen US-Dollar
Der Stellenabbau reiht sich in eine Welle von Umstrukturierungen im US-Technologiesektor ein, die in den vergangenen Monaten zahlreiche Unternehmen erfasst hat.


