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Nvidia-Chef auf Computex: Kann Jensen Huang die Aktie retten?

Nvidias CEO Jensen Huang hat auf der Computex die Chance, den schwächelnden Aktienkurs mit einer überzeugenden KI-Vision wiederzubeleben.

Nvidia-Chef auf Computex: Kann Jensen Huang die Aktie retten?

Investing.com – Nvidia-Chef Jensen Huang steht bei seiner Grundsatzrede auf der Computex unter Druck. Das Analysehaus Lynx Equity Strategies erwartet, dass Huang die Gelegenheit nutzen wird, um den zuletzt schwächelnden Aktienkurs des Chipherstellers neu zu beleben – auch wenn die Analysten ihre langfristig vorsichtige Haltung gegenüber der Nvidia-Aktie beibehalten.

Die Nvidia-Aktie hat seit dem jüngsten Quartalsbericht an Boden verloren und blieb damit hinter anderen Wettbewerbern im Bereich der KI-Halbleiter zurück – trotz insgesamt starker Quartalsergebnisse. Lynx Equity Strategies führt diese Schwäche auf zwei Hauptfaktoren zurück: Zum einen nutzen Anleger die Aktie offenbar als Liquiditätsquelle, zum anderen bestehen anhaltende Bedenken hinsichtlich des Hochlaufs der neuen Rubin-GPU-Architektur sowie der wachsenden Konkurrenz durch maßgeschneiderte Chips großer Cloud-Anbieter.

„Der CEO hat bei der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen keine überzeugenden Argumente geliefert", schrieb Lynx Equity Strategies. Die Analysten sehen die Computex nun als entscheidende Bühne, auf der Huang diese Lücke schließen kann.

Was Anleger von der Computex-Rede erwarten

Laut Lynx sollten Investoren bei Huangs Auftritt besonders auf folgende Punkte achten:

  • Nähere Erläuterungen zu den Umsatz- und Marktpotenzialzahlen (Total Addressable Market) von 20 Milliarden und 200 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit der Vera-CPU-Initiative
  • Details zum Tempo des Rubin-GPU-Hochlaufs, der den Ausblick für Nvidias GPU-Systeme in Höhe von 1 Billion US-Dollar stützt
  • Ein langfristiges Update zum Netzwerksegment des Unternehmens

Diese Punkte sind für Anleger besonders relevant, da sie die mittelfristige Wachstumsstory von Nvidia maßgeblich beeinflussen. Der Übergang zur Rubin-Architektur gilt als nächster großer Wachstumstreiber, nachdem die Hopper- und Blackwell-Generationen den Konzern in die Spitzengruppe der wertvollsten Unternehmen der Welt katapultiert haben.

Billionen-Yuan-Festmahl in Taiwan

Abseits der offiziellen Bühne sorgte ein Abendessen in Taiwan für Aufmerksamkeit. Huang wurde dort mit den Chefs wichtiger Partner aus der Lieferkette gesichtet, darunter die Führungskräfte von Foxconn, TSMC und Pegatron. Die lokale Presse bezeichnete das Treffen als „Billionen-Yuan-Festmahl" – ein Hinweis auf die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Nvidia-Lieferkette in der Region.

Solche Treffen unterstreichen, wie eng Nvidia mit den wichtigsten Fertigungspartnern in Asien verflochten ist. TSMC produziert Nvidias hochmoderne Chips, während Foxconn und Pegatron bei der Systemintegration eine zentrale Rolle spielen.

Kursziel von 250 US-Dollar möglich

Sollte das positive Momentum anderer KI-Werte auf Nvidia übergreifen, sieht Lynx Equity Strategies kurzfristiges Aufwärtspotenzial. Die Analysten halten eine Annäherung an die Marke von 250 US-Dollar für möglich – basierend auf einem 20-fachen Multiple der Konsensschätzungen für den Gewinn im Jahr 2027.

Für deutsche Privatanleger bleibt Nvidia eine der meistbeobachteten Aktien im KI-Sektor. Die Computex in Taiwan gilt als eine der wichtigsten Technologiemessen weltweit und bietet Nvidia traditionell eine große Plattform, um neue Produkte und strategische Visionen zu präsentieren. Ob Huang die hohen Erwartungen erfüllen kann, dürfte die Richtung der Aktie in den kommenden Wochen maßgeblich mitbestimmen.

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