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Nvidia-Aktie: Kaufgelegenheit trotz fast 5 Billionen Dollar Marktwert?

Nvidia wächst mit 85% Umsatzplus rasant, notiert aber 13% unter Allzeithoch – eine Chance für Anleger?

Nvidia-Aktie: Kaufgelegenheit trotz fast 5 Billionen Dollar Marktwert?

Nur wenige Unternehmen haben einen technologischen Wandel so geprägt wie Nvidia den Aufstieg der künstlichen Intelligenz. Die Chips des US-Halbleiterherstellers stehen im Zentrum nahezu jedes bedeutenden KI-Projekts weltweit. Bei einem Marktwert von fast 5 Billionen US-Dollar stellt sich für Anleger die entscheidende Frage: Ist noch Luft nach oben?

Auffällig ist der Kontrast zwischen der starken Geschäftsentwicklung und der jüngsten Kursperformance. Nvidia notiert derzeit rund 13% unter seinem Allzeithoch und bewegt sich seit Monaten weitgehend seitwärts – selbst während der breitere Markt zulegte. Für viele Investoren wirft das die Frage auf, ob sich hier eine Kaufgelegenheit bietet.

Beschleunigtes Wachstum auf hohem Niveau

Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 (zum 26. April 2026) war nach fast jedem Maßstab herausragend. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 85% auf 81,6 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert dabei: Das Wachstum beschleunigt sich sogar noch – im Vorquartal lag es bei 73%, im Quartal davor bei 62%. Eine solche Wachstumsbeschleunigung bei einem Unternehmen dieser Größe ist äußerst ungewöhnlich.

Das Herzstück dieses Wachstums ist das Rechenzentrumsgeschäft, in dem Nvidias KI-Chips angesiedelt sind. Der Umsatz in diesem Segment sprang um 92% auf 75,2 Milliarden US-Dollar – das entspricht mehr als 90% des Gesamtumsatzes. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres erwartet das Management einen Umsatz von rund 91 Milliarden US-Dollar, wobei dieser Ausblick keine Rechenzentrumsumsätze aus China berücksichtigt.

CEO Jensen Huang zeigte sich in der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen optimistisch: „Die Nachfrage ist parabolisch gestiegen. Der Grund ist einfach. Agentische KI ist da." Das Management verwies zudem auf einen erwarteten Umsatz von rund 1 Billion US-Dollar aus den aktuellen Blackwell- und Rubin-Chips der nächsten Generation zwischen 2025 und Ende 2027 – eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreswert von rund 500 Milliarden US-Dollar.

Die Profitabilität ist ebenfalls beeindruckend. Die Bruttomarge lag im letzten Quartal bei fast 75%. Zudem schüttete das Unternehmen rund 20 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre aus und autorisierte weitere 80 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe. Ein weiterer Wettbewerbsvorteil: Ein Großteil der Hardware läuft auf Nvidias eigener Software, um die herum Entwickler jahrelang Systeme aufgebaut haben – das macht das Unternehmen schwer ersetzbar.

Bewertung und Risiken im Blick

Trotz des starken Wachstums wird Nvidia mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 31 gehandelt – ein Aufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt, aber kaum extrem für ein Unternehmen mit dieser Wachstumsdynamik. Die scheinbar moderate Bewertung erklärt sich jedoch durch eine Reihe ernsthafter Risiken.

China ist ein wesentlicher Belastungsfaktor. Das Land machte einst mindestens ein Fünftel des Rechenzentrumsumsatzes von Nvidia aus. Der aktuelle Managementausblick geht nun von null Umsatz in diesem wichtigen Markt aus – ein deutliches Zeichen dafür, wie schnell geopolitische Entwicklungen einen bedeutenden Absatzmarkt verschließen können.

Hinzu kommt ein strukturelles Risiko: Einige der größten Kunden von Nvidia sind gleichzeitig potenzielle Konkurrenten. Die großen Cloud-Anbieter, die massenhaft Nvidia-Chips kaufen, entwickeln parallel eigene Halbleiter. Sollten genügend von ihnen künftige Systeme ohne Nvidia-Hardware bauen, könnte die Preismacht des Unternehmens langfristig schwinden. Auch reine Chip-Konkurrenten wie AMD drängen mit eigenen KI-Beschleunigern auf den Markt.

Fazit für langfristige Anleger

Für Investoren mit einem langfristigen Zeithorizont erscheint die Nvidia-Aktie auf dem aktuellen Niveau attraktiv. Das Geschäftsmodell ist außergewöhnlich stark, die Wachstumsdynamik beschleunigt sich weiter, und die Bewertung wirkt im Verhältnis zum Wachstum angemessen. Dennoch sollten Anleger die genannten Risiken – insbesondere das China-Exposure und die Konkurrenz durch Kunden – nicht unterschätzen. Wer in Nvidia investiert, wettet letztlich darauf, dass die KI-Infrastruktur noch jahrelang auf Nvidia-Chips angewiesen bleibt.

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