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NVIDIA-Aktie gibt nach: Gewinnmitnahmen vor Quartalszahlen belasten

Nach einer 20-Prozent-Rally seit dem 5. Mai drücken Gewinnmitnahmen und Optionsverfall die NVIDIA-Aktie um 3,68 Prozent.

NVIDIA-Aktie gibt nach: Gewinnmitnahmen vor Quartalszahlen belasten

Die Nvidia-Aktie verlor im Vormittagshandel 3,68 Prozent – ein deutlicher Rücksetzer nach einer der stärksten kurzfristigen Rallyes der jüngeren Vergangenheit. Seit dem 5. Mai war das Papier um rund 20 Prozent gestiegen, getrieben von positiven Nachrichten rund um den Chipexport nach China. Nun nehmen Anleger Gewinne mit, bevor am 20. Mai die Quartalsergebnisse veröffentlicht werden.

Den unmittelbaren Auslöser für den vorangegangenen Kursanstieg lieferten Berichte, wonach Washington einer Handvoll chinesischer Unternehmen den Kauf von NVIDIAs H200-KI-Prozessoren genehmigt hatte. Diese Nachricht trieb die Aktie in der vorherigen Sitzung kräftig nach oben. Da dieser Katalysator nun vollständig vom Markt verarbeitet wurde, nutzten Verkäufer die Gelegenheit, Gewinne vor dem bevorstehenden Ergebnisbericht zu sichern.

Optionsmarkt erzeugt massiven Verkaufsdruck

Ein wesentlicher Faktor für den heutigen Rückgang ist die Dynamik am Optionsmarkt. Der starke Kursanstieg hatte die Call-Positionen vieler optimistischer Optionshändler tief ins Geld getrieben. Am heutigen Verfallstag laufen die zehn nach Volumen beliebtesten NVDA-Optionen aus – allein der Call mit einem Basispreis von 235 US-Dollar repräsentiert rund 114 Millionen US-Dollar an Prämie und fast 5 Milliarden US-Dollar an Delta.

Insgesamt wurde ein Options-Delta von 40 Milliarden US-Dollar gegen eine Gesamtprämie von lediglich 4 Milliarden US-Dollar gehandelt. Diese Konstellation erzeugte einen intensiven Neupositionierungsdruck: Händler lösten Positionen auf, anstatt ihr Engagement in die Ungewissheit der Zahlen der nächsten Woche hinein zu verlängern. Brent Kochuba, Gründer von SpotGamma, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Wie bewertet man die Wiedereröffnung Chinas für Nvidia neu? Ich denke, das ist es, worauf sich die Leute gerade neu einstellen."

Schwaches Marktumfeld verstärkt den Rückgang

Das breitere Marktumfeld bot Nvidia-Aktionären wenig Rückhalt. Der Nasdaq Composite fiel um 1,40 Prozent, der S&P 500 sank um 0,99 Prozent und der Dow Jones gab um 0,83 Prozent nach. Die risikoscheue Stimmung an den US-Aktienmärkten verstärkte den Verkaufsdruck auf den Chipriesen zusätzlich.

Trotz des Rücksetzers bleibt das fundamentale Bild für Nvidia aus Analystensicht konstruktiv. Vivek Arya von der Bank of America hatte sein Kursziel für Nvidia am 13. Mai von 300 auf 320 US-Dollar angehoben und die Einstufung „Buy" beibehalten. Doch selbst dieses bullishe Signal konnte das Gewicht der Gewinnmitnahmen und der verfallsbedingten Verkäufe an einem schwachen Markttag nicht ausgleichen.

Quartalszahlen am 20. Mai als entscheidender Wegweiser

Die Quartalszahlen von Nvidia gelten stets als wichtiges Ereignis für den gesamten Aktienmarkt – und dieser Zyklus ist besonders bedeutsam. Hintergrund sind die erneuten Hoffnungen auf ein potenzielles Handelsabkommen zwischen den USA und China, das die Tür für ausgeweitete Chipverkäufe öffnen könnte. Die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 werden am 20. Mai erwartet.

Die kurzfristige Richtung der Aktie dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Prognosen des Managements die erhöhte Bewertung nahe dem 52-Wochen-Hoch rechtfertigen können. Der heutige Rücksetzer spiegelt damit ein Zusammenwirken verschiedener Kräfte wider: eine Aktie, die schnell in ein Cluster positiver Katalysatoren gelaufen war, ein Optionsmarkt mit natürlichem Verfallsdruck und ein schwaches makroökonomisches Umfeld.

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