NuScale Power: Kann die SMR-Aktie auf 120 Dollar steigen?
NuScale ist der einzige US-Anbieter mit genehmigtem SMR-Design – doch der Weg zur Verzehnfachung ist steinig.

NuScale Power ist derzeit das einzige Kernenernieunternehmen in den USA, das über ein staatlich genehmigtes Design für einen kleinen modularen Reaktor (SMR) verfügt. Die Aktie notiert aktuell bei rund 12 Dollar und weist damit eine Marktkapitalisierung von etwa 4 Milliarden Dollar auf. Doch kann sie sich von hier aus verzehnfachen und die Marke von 120 Dollar erreichen?
Im vergangenen Oktober erklomm die NuScale-Aktie noch ein Allzeithoch von rund 57 Dollar – damals entsprach das einer Marktkapitalisierung von etwa 17 Milliarden Dollar. Gemessen am Umsatz von lediglich rund 30 Millionen Dollar in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurde die Aktie zu diesem Zeitpunkt mit dem etwa 270-fachen des Umsatzes bewertet. Zum Vergleich: Das Branchenschwergewicht Constellation Energy wird mit dem rund 68-fachen des Umsatzes gehandelt. Sieben Monate nach dem Allzeithoch liegt die Aktie rund 75 Prozent darunter.
Trotz des massiven Kursrückgangs gewinnt das Unternehmen operativ an Fahrt. NuScale steht kurz vor dem Abschluss seines ersten Projekts in Rumänien. Zudem könnte das Unternehmen in Partnerschaft mit ENTRA1 Energy bis zu 6 Gigawatt seiner SMR-Technologie an die Tennessee Valley Authority liefern. Das sind bedeutende Meilensteine für ein Unternehmen, das bislang noch keinen einzigen SMR kommerziell in Betrieb genommen hat.
Die Mathematik hinter einer Verzehnfachung
Damit die Aktie von 12 auf 120 Dollar steigt, müsste die Marktkapitalisierung von heute rund 4 Milliarden Dollar auf etwa 40 Milliarden Dollar wachsen – vorausgesetzt, die Aktienanzahl bleibt in etwa konstant. Diese Größenordnung ist grundsätzlich nicht unrealistisch: Constellation Energy kommt auf eine Marktbewertung von 115 Milliarden Dollar, GE Vernova sogar auf rund 290 Milliarden Dollar. Der entscheidende Unterschied: Beide Unternehmen sind profitabel und erzielen quartalsweise Milliardenumsätze. NuScale hingegen verbrennt weiterhin Barmittel.
Geht man davon aus, dass NuScale bei 120 Dollar mit dem 25-fachen des Umsatzes bewertet würde – was bereits einen erheblichen Aufschlag darstellt –, müsste das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 1,7 Milliarden Dollar erwirtschaften. Das wäre das etwa 54-fache des für 2025 erwarteten Umsatzes von 31,5 Millionen Dollar. Kein kleiner kommerzieller Sprung.
Wie viele Reaktoren wären dafür nötig?
NuScale erwartet, dass ein einzelnes SMR-Modul rund 77 Megawatt Leistung erzeugt, bei einem Zielpreis von etwa 89 Dollar pro Megawattstunde. Bei einer angenommenen Kapazitätsauslastung von 95 Prozent über ein Jahr könnte ein einzelner Reaktor einen jährlichen Stromumsatz von rund 57 Millionen Dollar generieren. Um auf 1,7 Milliarden Dollar Jahresumsatz zu kommen, bräuchte NuScale demnach etwa 30 in Betrieb befindliche Module.
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Zur AktienanalyseDoch die Hürde steigt schnell, wenn Anleger dem Unternehmen ein niedrigeres Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) zuweisen. Bei einem KUV von 10 wäre ein Jahresumsatz von rund 4 Milliarden Dollar nötig – entsprechend etwa 73 Modulen. Bei einem KUV von 5 würden sogar rund 8,3 Milliarden Dollar Umsatz und damit etwa 146 Module benötigt. Zum heutigen Zeitpunkt hat NuScale noch keinen einzigen SMR in Betrieb.
Das bedeutet nicht, dass die Aktie niemals 120 Dollar erreichen wird. Das Potenzial für eine Verzehnfachung ist vorhanden – aber Anleger müssen in Zeiträumen von Jahren, möglicherweise einem Jahrzehnt, denken. Solange NuScale keine Reaktoren in Betrieb nimmt und Umsätze in relevantem Maßstab erzielt, bleibt die Aktie hochspekulativ. Für risikobewusste Anleger, die an die SMR-Technologie glauben, könnte sie dennoch interessant sein – aber mit entsprechend breitem Zeithorizont und klarer Risikobereitschaft.


