Novo Nordisks neues Diätmittel enttäuscht Anleger
Studienergebnisse bleiben hinter Erwartungen zurück und belasten Aktienkurse deutlich

Novo Nordisks neues Diätmittel CagriSema hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie zwar bessere Ergebnisse als das bestehende Mittel Semaglutid gezeigt, jedoch konnte es nicht die Erwartungen der Anleger erfüllen. Das dänische Unternehmen gab bekannt, dass Patienten mit dem neuen Präparat nach 68 Wochen im Durchschnitt 20,4 Prozent ihres Körpergewichts verloren, während das bisherige Mittel unter gleichen Bedingungen 14,9 Prozent Gewichtsverlust erzielte. Trotz dieser Verbesserung schnitt CagriSema nicht besser ab als das Konkurrenzprodukt Zepbound des US-amerikanischen Unternehmens Eli Lilly, das in einer Vergleichsstudie einen Gewichtsverlust von 20,2 Prozent erreichte.
Die Anleger hatten auf ein überlegenes Ergebnis gehofft und reagierten enttäuscht. Die Aktie von Novo Nordisk verzeichnete an der Kopenhagener Börse zwischenzeitlich einen Rückgang von über 25 Prozent. Der Fondsmanager Markus Manns von Union Investment bezeichnete das Ergebnis als „Worst-Case-Szenario“, da das neue Mittel nicht nur ähnlich wirksam wie Zepbound sei, sondern auch deutlich komplexer in der Herstellung. Dies liegt daran, dass CagriSema aus zwei Komponenten besteht, die erst in einer speziellen Zweikammer-Spritze kombiniert werden, was die Produktion aufwendiger und teurer macht.
Die Enttäuschung der Anleger hatte auch Auswirkungen auf den deutschen Zulieferer Gerresheimer, der unter anderem Glasspritzen und Injektoren herstellt, die für Abnehmmittel wie Wegovy verwendet werden. Die Aktie des Unternehmens fiel am Mittag um mehr als elf Prozent. Gleichzeitig profitierte Eli Lilly von den Neuigkeiten: Die Aktie des US-Konzerns stieg im vorbörslichen Handel um zehn Prozent.
Novo Nordisk steht nun vor mehreren Herausforderungen. Die Ergebnisse des neuen Diätmittels, die das künftige Wachstum des Unternehmens sichern sollten, konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Hinzu kommen Preisverhandlungen mit der staatlichen US-Krankenversicherung, die zu einer Senkung der Preise für das Diabetesmittel Ozempic führen könnten. Auch im Heimatmarkt Dänemark musste das Unternehmen bereits die Preise reduzieren. Derweil drängt die Konkurrenz weiter in den lukrativen Markt für Medikamente gegen Übergewicht. Unternehmen wie Pfizer, Roche, Boehringer Ingelheim und MSD arbeiten an eigenen Lösungen, um Marktanteile zu gewinnen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Unsicherheit über die langfristigen Perspektiven von Novo Nordisk wächst, da die Patente auf bestehende Mittel in den 2030er-Jahren auslaufen. Anleger hatten auf CagriSema als Schlüssel für weiteres Wachstum gesetzt, doch das enttäuschende Studienergebnis verstärkt den Druck auf den Pharmakonzern.


