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Novo Nordisk hebt Jahresprognose an – Wegovy-Pille überzeugt

Starker Absatz der neuen Abnehmpille Wegovy beflügelt den dänischen Pharmakonzern und lässt die Jahresprognose optimistischer ausfallen.

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Novo Nordisk hebt Jahresprognose an – Wegovy-Pille überzeugt

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk zeigt sich für das laufende Jahr zuversichtlicher als bisher. Grund dafür ist der überraschend starke Verkaufsstart der neuen Wegovy-Pille. Das Unternehmen erwartet für 2026 nun einen währungsbereinigten Rückgang bei Umsatz und Betriebsgewinn von vier bis zwölf Prozent – eine spürbare Verbesserung gegenüber der vorherigen Prognose von minus fünf bis minus 13 Prozent.

Konzernchef Mike Doustdar begründete die Anhebung bei der Vorlage der Quartalsbilanz am Mittwoch klar: „Der starke Absatz von Wegovy zusammen mit dem anhaltenden Wachstum im internationalen Geschäft hat uns dazu veranlasst, unsere Prognose für 2026 anzuheben." Die Botschaft an die Märkte ist eindeutig: Novo Nordisk gewinnt wieder an Boden.

Quartalszahlen übertreffen Analystenerwartungen

Im ersten Quartal sank der bereinigte Betriebsgewinn währungsbereinigt um sechs Prozent auf 32,86 Milliarden Dänische Kronen – umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro. Analysten hatten einen deutlich stärkeren Einbruch auf 28,74 Milliarden Kronen befürchtet. Das Ergebnis fiel damit erheblich besser aus als erwartet.

Zu beachten ist jedoch ein Sondereffekt, der die Zahlen verzerrt: Eine Rückstellung für ein US-Rabattprogramm in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar wurde aufgelöst. Dadurch schoss der ausgewiesene Umsatz um 32 Prozent auf 96,82 Milliarden Kronen in die Höhe. Die bereinigten Erlöse hingegen gaben aufgrund gesunkener Verkaufspreise um vier Prozent nach – ein Hinweis auf den anhaltenden Preisdruck im Markt.

Die neue Wegovy-Pille, die im Januar in den USA eingeführt wurde, entwickelt sich zum wichtigen Wachstumstreiber. Mit mehr als zwei Millionen ausgestellten Rezepten seit dem Marktstart verzeichnete Novo Nordisk nach eigenen Angaben die bislang stärkste Einführung eines GLP-1-Medikaments in den USA überhaupt. GLP-1-Wirkstoffe ahmen ein körpereigenes Hormon nach, das den Appetit reguliert, und gelten als Durchbruch in der Adipositas-Behandlung.

Harter Wettbewerb mit Eli Lilly

Der Konzern steht jedoch unter erheblichem Konkurrenzdruck. Der US-Rivale Eli Lilly erhielt Anfang April von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für sein Konkurrenzpräparat Foundayo und macht Novo Nordisk damit die Position als alleiniger Anbieter einer Abnehmpille in den USA streitig. Der Wettbewerb im boomenden Adipositas-Markt verschärft sich damit weiter.

Um sich zu differenzieren, brachte Novo Nordisk im April zudem eine höher dosierte Wegovy-Spritze auf den US-Markt. In klinischen Studien führte diese zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von fast 21 Prozent – ein Wert, der die Erwartungen vieler Experten übertraf.

Nach massivem Wertverlust: Trendwende in Sicht?

Hinter Novo Nordisk liegt ein äußerst turbulentes Jahr. Rückschläge bei klinischen Studien und unerwartet schwache Umsätze hatten das Unternehmen massiv unter Druck gesetzt. Seit dem Börsenhöchststand im Jahr 2024 verlor der Konzern mehr als 400 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung – ein historischer Wertverlust, der die Aktie tief in die Kritik brachte.

Die aktuellen Quartalsergebnisse und die angehobene Prognose könnten nun ein erstes Signal für eine Stabilisierung sein. Für Privatanleger bleibt die entscheidende Frage, ob Novo Nordisk den Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly und den anhaltenden Preisverfall bei Adipositas-Medikamenten langfristig abfedern kann – oder ob die Erholung nur von kurzer Dauer ist.

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