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Novo Nordisk: Aktie bricht 18% ein nach Schockprognose

Dänischer Pharmakonzern kündigt Umsatzrückgang bis 13% an – Analysten geschockt

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Novo Nordisk: Aktie bricht 18% ein nach Schockprognose

Die Aktie von Novo Nordisk erlebte am Mittwoch einen dramatischen Kurssturz von 18 Prozent. Auslöser war eine Gewinnwarnung, die selbst pessimistische Analysten überraschte. Der dänische Pharmakonzern rechnet für 2026 mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang zwischen fünf und dreizehn Prozent – während die Börse lediglich eine leichte Abschwächung erwartet hatte.

Der Absturz wiegt besonders schwer, wenn man bedenkt, dass Novo Nordisk noch 2024 als wertvollstes Unternehmen Europas galt. Mit seiner Abnehmspritze Wegovy löste der Konzern einen weltweiten Boom aus. Den letzten Umsatzrückgang verzeichnete das Unternehmen vor einem Jahrzehnt.

"Die Wachstumsstory ist definitiv gebrochen", urteilt Markus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment. CEO Mike Doustdar spricht von einem "nie dagewesenen Preisdruck". Die Ursachen für die Krise sind vielfältig – und nicht alle sind extern.

Strategische Fehler öffnen Eli Lilly die Tür

Novo Nordisk unterschätzte von Beginn an die Nachfrage nach Abnehmspritzen massiv. Diese Fehleinschätzung nutzte der US-Konkurrent Eli Lilly konsequent aus. Heute kontrolliert Eli Lilly zwei Drittel des lukrativen US-Marktes, Novo Nordisk nur noch ein Drittel.

Die Lieferengpässe hatten weitreichende Folgen: US-Apotheken erhielten das Recht, die Wirkstoffe selbst zu mischen und günstiger zu verkaufen. Obwohl diese Praxis mittlerweile verboten ist, halten sich viele Apotheken nicht daran und untergraben weiterhin Novo Nordisks Marktposition.

Zudem brachte Eli Lilly eine noch wirksamere Abnehmspritze auf den Markt. Der Vorteil des Zweitplatzierten: Man konnte aus den Fehlern des Pioniers lernen und diese vermeiden.

Trump-Politik verschärft Preisdruck

Vor wenigen Wochen musste Novo Nordisk mit der US-Regierung Preissenkungen für seine Blockbuster-Medikamente Wegovy und Ozempic vereinbaren. CEO Doustdar hatte zunächst von "short term pain und long term gain" gesprochen – reduzierte Preise sollten mit Verzögerung zu höherer Nachfrage führen.

Die Realität fiel deutlich härter aus als kommuniziert. Zusätzlich laufen in wichtigen Märkten wie Brasilien, China und der Türkei bald Patente aus. Generika-Hersteller stehen bereits in den Startlöchern, was den Preisdruck weiter erhöht.

Lichtblicke im düsteren Umfeld

Immerhin: Die Ziele für 2025 erreichte Novo Nordisk noch. Die Erlöse stiegen um sechs Prozent auf 41,4 Milliarden Euro. Anfang Januar kam in den USA eine Abnehmpille auf den Markt, die einen vielversprechenden Start hinlegte. Bereits 170.000 Patienten nutzen das Medikament, viele zahlen aus eigener Tasche.

Eli Lilly arbeitet ebenfalls an einer Pille, deren Zulassung für das zweite Quartal 2026 erwartet wird. Der Wettbewerb bleibt also intensiv.

Vertrauen nachhaltig erschüttert

Die positiven Signale dürften den Schock kaum mildern. "Es wird vermutlich Jahre dauern, das verloren gegangene Investorenvertrauen wieder zurückzugewinnen", prognostiziert Portfoliomanager Manns. Die Kombination aus strategischen Fehlern, politischem Druck und zunehmendem Wettbewerb hat die einstige Erfolgsgeschichte jäh gestoppt.

Für Anleger bedeutet dies eine fundamentale Neubewertung der Novo Nordisk-Aktie. Der einstige Börsenstar muss nun beweisen, dass er die Kurve noch kriegen kann – in einem Markt, der deutlich kompetitiver geworden ist.

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