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Novelis nimmt Aluminiumwerk nach Bränden wieder in Betrieb

Neun Monate nach verheerenden Bränden startet das wichtigste US-Aluminiumwerk für Ford und andere Autobauer neu.

Novelis nimmt Aluminiumwerk nach Bränden wieder in Betrieb

Das Novelis-Werk in Oswego im Norden des US-Bundesstaates New York nimmt am Mittwoch die Produktion wieder auf. Damit endet eine neunmonatige Zwangspause, die nach zwei Bränden eine ernsthafte Versorgungskrise in der amerikanischen Automobilindustrie ausgelöst hatte. Das gab der Werkeigentümer Novelis bekannt.

Die Anlage gilt als der größte inländische Zulieferer von Aluminiumblechen für die US-Automobilindustrie. Rund ein Dutzend Unternehmen werden von dem Werk beliefert – darunter Branchengrößen wie Ford, General Motors und Stellantis, der Mutterkonzern der Marken Jeep und Ram. Auch ausländische Automobilhersteller mit Produktionsstätten in den USA zählen zu den Abnehmern.

Zwei Brände legten die Produktion lahm

Der erste Brand ereignete sich im September und legte die zentrale Walzstraße des Werks still – jene Anlage, auf der die dünnen Aluminiumbleche gefertigt werden. Ein zweites Feuer im November verschlimmerte die Lage erheblich: Es verursachte zusätzliche Schäden sowohl an den Walzanlagen als auch am Fabrikgebäude selbst. Die Kombination beider Ereignisse machte eine monatelange Reparatur- und Wiederaufbauphase notwendig.

Die im Werk hergestellten Aluminiumbleche sind ein unverzichtbarer Rohstoff für die Fahrzeugproduktion. Sie werden zu Kotflügeln, Motorhauben und anderen Karosserie-Außenteilen weiterverarbeitet. Für die Automobilhersteller gibt es kaum kurzfristig verfügbare Alternativen, wenn ein derart zentraler Zulieferer ausfällt.

Ford besonders stark betroffen

Besonders folgenreich war der Produktionsausfall für Ford. Der US-Konzern setzt Aluminium für die Karosserie seines F-150 Pickups ein – seit Jahrzehnten das meistverkaufte Fahrzeug in den gesamten USA. Die Abhängigkeit von Aluminiumlieferungen aus Oswego machte Ford damit besonders verwundbar gegenüber dem Ausfall des Werks.

Die Wiederaufnahme der Produktion in Oswego ist daher nicht nur für Novelis selbst, sondern für die gesamte amerikanische Automobilindustrie eine wichtige Nachricht. Die Versorgungssicherheit bei Aluminiumblechen war über Monate hinweg ein kritischer Engpass, der die Produktionsplanung mehrerer großer Hersteller belastete.

Für deutsche Anleger, die in US-Automobilwerte wie Ford oder Stellantis investiert sind, ist die Normalisierung der Lieferkette ein positives Signal. Lieferkettenunterbrechungen gelten seit der Corona-Pandemie als eines der größten operativen Risiken für Automobilhersteller weltweit – die Wiederinbetriebnahme des Novelis-Werks reduziert dieses Risiko für die betroffenen Unternehmen spürbar.

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