Norwegischer Staatsfonds prüft ethische Standards bei Investitionen
Fokus auf Schuhhersteller, Kryptowährungen und Glücksspiel wegen Arbeitsbedingungen und Geldwäsche-Risiken

Der norwegische Staatsfonds plant, im kommenden Jahr verstärkt ethische Standards bei Schuhherstellern in seinem Portfolio zu prüfen. Der Ethikrat des Fonds kündigte an, die Arbeitsbedingungen bei einer erheblichen Anzahl von Schuhproduzenten zu untersuchen. Dies geht aus einem Schreiben an das norwegische Finanzministerium hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Neben den Schuhherstellern sollen auch Unternehmen aus den Branchen Kryptowährungen und Glücksspiel intensiver überprüft werden. Ziel ist es, potenzielle ethische Verstöße zu identifizieren, die gegebenenfalls zum Verkauf von Unternehmensanteilen führen könnten. Konkrete Namen betroffener Unternehmen wurden bisher nicht genannt.
Zu den aktuellen Beteiligungen des Staatsfonds zählen einige der weltweit größten Schuhproduzenten. So hält der Fonds Anteile an Adidas im Wert von 1,5 Milliarden Dollar, was 3,6 Prozent des Unternehmens entspricht. Bei Puma liegt die Beteiligung bei 1,5 Prozent und 100 Millionen Dollar, während die Anteile an Nike fast ein Prozent und einen Wert von 1,0 Milliarden Dollar ausmachen. Auch Unternehmen wie Birkenstock, Deckers, Asics und Crocs sind Teil des Portfolios.
Adidas wies darauf hin, in den vergangenen 25 Jahren umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung fairer und sicherer Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette ergriffen zu haben. Das Unternehmen betonte, allein im letzten Jahr rund 1200 Fabrikaudits durchgeführt zu haben. Auch Puma hob seine Bemühungen hervor und erklärte, in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Investitionen getätigt zu haben, um hohe ESG-Standards (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) zu gewährleisten. Der Konzern verwies auf positive Bewertungen durch renommierte Agenturen und zeigte sich offen für eine Zusammenarbeit mit dem Ethikrat. Andere Schuhhersteller wie Nike, Birkenstock, Deckers, Asics und Crocs haben bisher keine Stellungnahme abgegeben.
Neben der Schuhindustrie richtet der Ethikrat seinen Fokus auch auf Unternehmen aus der Kryptowährungs- und Glücksspielbranche. Dabei stehen insbesondere Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche im Mittelpunkt. Zu den betroffenen Unternehmen zählen unter anderem die Kryptowährungsbörse Coinbase, der Glücksspielkonzern Flutter Entertainment sowie der Kasino-Betreiber MGM. Auch in diesem Fall blieben Anfragen der Aufsichtsbehörde bislang unbeantwortet.
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Zur AktienanalyseMit einem Volumen von 1,8 Billionen Dollar ist der norwegische Staatsfonds der größte seiner Art weltweit. Seine Investitionen umfassen rund 8700 Unternehmen und machen etwa 1,5 Prozent aller börsennotierten Aktien aus. Der Fonds gilt als Vorreiter im Bereich ethischer Investitionen und investiert in verschiedene Anlageklassen, darunter Aktien, Anleihen und Immobilien.


