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Norwegens Kerninflation steigt im Mai überraschend auf 3,4 Prozent

Die norwegische Kerninflation übertraf im Mai die Analystenerwartungen und stützt Spekulationen über weitere Zinserhöhungen der Norges Bank.

Norwegens Kerninflation steigt im Mai überraschend auf 3,4 Prozent

Norwegens Kerninflation ist im Mai unerwartet gestiegen und hat damit die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die Statistikbehörde SSB veröffentlichte am Mittwoch Daten, die eine jährliche Kerninflationsrate von 3,4% ausweisen – nach 3,2% im April. Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage lediglich einen Wert von 3,2% erwartet, auch die Norges Bank selbst hatte nur 3,3% prognostiziert.

Die Kerninflation klammert schwankende Energiepreise sowie Steuern aus und gilt daher als verlässlicherer Indikator für den zugrunde liegenden Preisdruck in einer Volkswirtschaft. Der überraschende Anstieg verstärkt die Erwartungen, dass die norwegische Zentralbank ihren Leitzins in diesem Jahr weiter anheben könnte.

Die norwegische Krone reagierte prompt auf die Daten: Sie wertete gegenüber dem Euro auf 10,96 auf, verglichen mit 11,00 unmittelbar vor der Veröffentlichung der Zahlen.

Norges Bank bereits im Vormonat aktiv

Die Norges Bank hatte im vergangenen Monat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25% angehoben – und damit früher als von Analysten erwartet gehandelt. Ziel der Maßnahme war es, die durch steigende Löhne und hohe Energiepreise getriebene Inflation einzudämmen. Die Zentralbank strebt eine Inflationsrate von 2% an.

Mit dieser Entscheidung setzte sich die Norges Bank von anderen großen Notenbanken ab, die argumentierten, mehr Zeit und Daten zu benötigen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den für die Geldpolitik relevanten längeren Zeithorizont einzuschätzen. Die nächste Zinsentscheidung der Norges Bank wird voraussichtlich am 18. Juni bekannt gegeben.

Gesamtinflation gibt leicht nach

Im Gegensatz zur Kerninflation schwächte sich die oft volatile Gesamtinflation im Mai leicht ab. Sie fiel von 3,4% im April auf 3,1% im Mai – ein Wert, der exakt den Erwartungen der Analysten entsprach. Die Gesamtinflation berücksichtigt im Unterschied zur Kerninflation auch Veränderungen der Energiekosten und Steuern, was sie anfälliger für kurzfristige Schwankungen macht.

Für deutsche Anleger und Beobachter europäischer Geldpolitik sind die norwegischen Inflationsdaten von Interesse, da sie Hinweise auf das Zinsumfeld in Nordeuropa liefern. Norwegen ist zwar kein Mitglied der Eurozone, aber als bedeutende Volkswirtschaft und Energielieferant eng mit dem europäischen Wirtschaftsraum verknüpft. Ein anhaltend hoher Inflationsdruck in Norwegen könnte Signalwirkung für die Zinspolitik anderer nordeuropäischer Länder haben.

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