Northvolt stoppt Batteriefertigung in Schweden
Insolvenzverwalter sieht keine Übernahmechance – Gespräche über Teilverkäufe laufen weiter

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt stellt die Produktion von Batteriezellen in seinem Heimatland vollständig ein. Wie der Insolvenzverwalter des Unternehmens mitteilte, wird die verbliebene Fertigung bis spätestens 30. Juni eingestellt. Damit endet die Batteriezellenproduktion an dem Ort, an dem das Unternehmen einst große Hoffnungen für eine europäische Elektroautoindustrie geweckt hatte.
Trotz laufender Bemühungen, einen Käufer für das Unternehmen zu finden, bestehen nach Angaben des Insolvenzverwalters derzeit keine realistischen Chancen auf eine kurzfristige Übernahme. Allerdings gebe es nach wie vor Interessenten für einzelne Geschäftsbereiche innerhalb der Northvolt-Gruppe. Die Gespräche darüber befänden sich in verschiedenen Stadien. Details zu möglichen Käufern oder zur künftigen Struktur der Unternehmensgruppe wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Northvolt hatte bereits Mitte März Insolvenz in Schweden angemeldet. Zuvor hatte das Unternehmen signalisiert, in begrenztem Umfang weiter produzieren zu wollen. Doch auch diese Pläne werden nun verworfen. Bereits im November des Vorjahres hatte Northvolt in den USA ein Sanierungsverfahren nach Kapitel 11 des amerikanischen Konkursrechts eingeleitet. Diese Maßnahme galt damals als Versuch, das Unternehmen international zu stabilisieren.
Die Probleme bei Northvolt hatten sich über Monate angestaut. Insbesondere beim Hochlauf der Produktion kam es zu Verzögerungen, was zu Vertrauensverlust bei Kunden führte. In der Folge sprangen mehrere bedeutende Abnehmer ab. Diese Entwicklung traf das Unternehmen hart, da es stark auf langfristige Lieferverträge angewiesen war, um seine Investitionen zu refinanzieren.
Northvolt war lange Zeit als zentraler Baustein für den Aufbau einer eigenständigen europäischen Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge angesehen worden. Ziel war es, eine Alternative zu den bislang dominierenden asiatischen Herstellern zu etablieren. Die Einstellung der Produktion in Schweden bedeutet nun einen empfindlichen Rückschlag für diese Ambitionen.
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Zur AktienanalyseWie es mit den übrigen Unternehmensbereichen, etwa Forschungs- und Entwicklungszentren oder möglichen internationalen Aktivitäten, weitergeht, bleibt derzeit offen. Die endgültige Zukunft der Northvolt-Gruppe hängt maßgeblich von den laufenden Verhandlungen mit potenziellen Investoren ab.


