Northern Star lehnt Elliotts Forderung nach sechs neuen Direktoren ab
Australiens größter Goldförderer weist den Vorstoß des aktivistischen Investors zurück und wirft Elliott mangelnde Corporate Governance vor.

Northern Star Resources (ASX: NST), Australiens größter Goldförderer, hat den Forderungen des aktivistischen Investors Elliott Investment Management eine klare Absage erteilt. Elliott hatte vorgeschlagen, sechs neue Direktoren in den Vorstand des Bergbaukonzerns zu entsenden – ein Schritt, den Northern Star als Angriff auf eine ordnungsgemäße Unternehmensführung wertet.
Elliott schlug unter anderem Mark Cutifani als Kandidaten vor, den ehemaligen CEO des Bergbauriesen Anglo American (LON: AAL). Die weiteren fünf Kandidaten sollen laut Elliott den künftigen CEO von Northern Star, Suresh Vadnagra, unterstützen und umfassende strategische sowie operative Überprüfungen des Unternehmens beaufsichtigen.
Northern Star teilte am Donnerstag in einem Brief an die Aktionäre mit, dass man sich nicht dazu verpflichten werde, mindestens drei der von Elliott nominierten Personen zu ernennen, ohne diese zuvor einer angemessenen Prüfung zu unterziehen. Besonders brisant: Elliott soll vier der Kandidaten nominiert haben, ohne vorher überhaupt Gespräche mit dem Unternehmen geführt zu haben – ein Vorgehen, das Northern Star als „inakzeptabel" bezeichnete.
Scharfe Worte vom Vorstandsvorsitzenden
Vorstandschef Michael Chaney richtete deutliche Worte an die Aktionäre: „Von Anfang an hat Elliott Forderungen gestellt, denen kein verantwortungsbewusster Vorstand zustimmen würde." Chaney ergänzte, Elliott sei zudem nicht in der Lage gewesen, konkrete Maßnahmen vorzuschlagen, die nicht bereits ergriffen worden seien.
Elliott hatte im Juni begonnen, auf Veränderungen bei Northern Star zu drängen, nachdem der Investor eine Beteiligung im Wert von mehr als einer Milliarde Australischen Dollar – umgerechnet rund 706 Millionen US-Dollar – aufgebaut hatte. Am Mittwoch gab Elliott bekannt, dass der Anteil inzwischen auf 5,6 Prozent gestiegen ist. Dieser wachsende Anteil verleiht dem Aktivisten mehr Gewicht bei der Durchsetzung seiner Ziele gegenüber den übrigen Aktionären.
Die Kampagne von Elliott konzentriert sich auf drei Kernbereiche: die Zusammensetzung des Vorstands, die Unternehmensstrategie und den operativen Betrieb. Damit rückt die Aufsicht durch das Gremium ins Zentrum des Konflikts – und nicht eine einzelne operative Forderung, was die Auseinandersetzung komplexer und potenziell langwieriger macht.
Führungswechsel als Hintergrund des Konflikts
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Zur AktienanalyseDer Streit fällt in eine Phase des Umbruchs bei Northern Star. Das Unternehmen befindet sich mitten in einem Führungswechsel, der die Ernennung von Vadnagra zum neuen CEO sowie Änderungen auf Vorstandsebene umfasst. Zuletzt ernannte Northern Star den ehemaligen BHP-Direktor Terry Bowen als unabhängiges, nicht geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Bowen folgt auf John Fitzgerald als Vorsitzender des Prüfungs- und Risikoausschusses.
Elliott argumentiert, dass ein neu aufgestellter Vorstand eine stärkere Aufsicht für den künftigen CEO und eine umfassendere Überprüfung des Geschäfts gewährleisten würde. Northern Star hält dagegen, dass der Aktivist keine bedeutenden Maßnahmen identifiziert habe, die Management und Vorstand nicht bereits verfolgten.
Sollten sich beide Seiten nicht auf die Ernennung von Direktoren einigen können, droht ein langwieriger Kampf um die Unternehmensführung. Der wachsende Anteil von Elliott und die öffentliche Eskalation des Konflikts deuten darauf hin, dass keine der beiden Seiten kurzfristig nachgeben wird.


