North Carolina plant Mindestalter 21 für Hanf- und Kratom-Produkte
Ein neuer Gesetzentwurf soll den Verkauf von Hanfprodukten und Kratom an unter 21-Jährige in North Carolina verbieten.

Der Landwirtschafts- und Umweltausschuss des Repräsentantenhauses in North Carolina hat am Mittwoch eine Neufassung des Gesetzentwurfs Senate Bill 59 gebilligt. Die Maßnahme sieht vor, den Verkauf und Besitz bestimmter aus Hanf gewonnener Konsumgüter sowie von Kratom-Produkten für Personen unter 21 Jahren zu untersagen. Es ist der jüngste Versuch der Landesgesetzgeber, den Hanfmarkt zu regulieren – nachdem ähnliche Vorstöße in den vergangenen Jahren gescheitert waren.
Konkret betrifft das geplante Verbot rauchbare Hanfblüten, Hanfzigaretten, Fruchtgummis und Getränke auf Hanfbasis sowie alle Produkte, die den Wirkstoff Kratom enthalten. Kratom ist eine aus Südostasien stammende Pflanze, deren Inhaltsstoffe stimulierende und schmerzlindernde Wirkungen haben können und die in den USA zunehmend als Genussmittel konsumiert wird. Unternehmen, die diese Produkte an Minderjährige unter 21 Jahren verkaufen, würden sich strafbar machen.
Hintergrund: Ein 14-Jähriger in der Notaufnahme
Abgeordneter Jimmy Dixon (Republikaner, Duplin County), der den Entwurf vorstellte, begründete sein Engagement mit einem konkreten Vorfall aus seinem Wahlbezirk. Ein 14-jähriger Jugendlicher musste nach dem Kauf eines aus Hanf gewonnenen Produkts in der Notaufnahme behandelt werden. „Es gibt viele weitere Details rund um Cannabis, die diskutiert wurden und auch weiterhin diskutiert werden, aber meine Damen und Herren, um sicherzustellen, dass wir den gesunden Menschenverstand walten lassen, um bei dieser Art von Problemen als Akteur aufzutreten, ist dies die am einfachsten umzusetzende Maßnahme", sagte Dixon.
Der Gesetzentwurf verpflichtet Verkäufer dazu, einen Lichtbildausweis zu kontrollieren, sobald „begründeter Anlass" besteht, dass ein potenzieller Käufer unter 21 Jahre alt ist. Diese Regelung ist vergleichbar mit bestehenden Alterskontrollen beim Kauf von Alkohol oder Tabak in Deutschland und den USA.
Empfindliche Strafen bei Verstößen
Bei Zuwiderhandlungen drohen sowohl strafrechtliche als auch finanzielle Konsequenzen. Verstöße werden als Straftat der Klasse 2 (Class 2 misdemeanor) eingestuft. Zusätzlich sind gestaffelte Bußgelder vorgesehen:
- Erster Verstoß: 500 US-Dollar
- Zweiter Verstoß: 1.000 US-Dollar
- Weitere Verstöße: jeweils 1.500 US-Dollar
Abgeordnete Pricey Harrison (Demokratin, Guilford County) warf die Frage auf, ob der Gesetzentwurf auch künftige chemische Modifikationen an Hanfprodukten abdecke. Es ist in der Branche synthetischer Genussmittel gängige Praxis, die molekulare Zusammensetzung von Produkten zu verändern, um gesetzliche Verbote zu umgehen. „Ich gehe davon aus, dass die Definition in ihrer jetzigen Form weit genug gefasst ist, um künftige Manipulationen von Molekülen zu erfassen", sagte Harrison. Dixon stimmte ihr zu.
Kratom per Änderungsantrag aufgenommen
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Zur AktienanalyseAuf Initiative von Abgeordnetem Jeffrey McNeely (Republikaner, Iredell County) wurden Kratom-Produkte per Änderungsantrag in das Verbot aufgenommen. McNeely betonte die Dringlichkeit des Themas: „Ich arbeite schon seit geraumer Zeit daran, diese Gesetzentwürfe voranzubringen. Wir haben definitiv ein Problem. Ich hoffe daher, dass wir dieses Thema weiter ans Licht bringen und noch vor Ende dieser kurzen Sitzungsperiode etwas erreichen."
Sowohl der Änderungsantrag als auch der Gesetzentwurf selbst wurden einstimmig und ohne Debatte angenommen. Als nächsten Schritt wird der Entwurf an den Geschäftsordnungsausschuss des Repräsentantenhauses (House Rules Committee) weitergeleitet. Weitere Änderungsanträge können eingebracht werden, sobald der Entwurf im Plenum behandelt wird – was bereits in der kommenden Woche geschehen könnte.
Für den deutschen Markt ist die Entwicklung in North Carolina ein interessantes Beobachtungsfeld: Auch in Deutschland wird seit der teilweisen Cannabis-Legalisierung intensiv über Regulierung, Jugendschutz und die Abgrenzung von Hanfprodukten diskutiert. Der US-Bundesstaat setzt dabei auf ein klares Mindestalter als pragmatischen ersten Schritt.


