Nomura sucht Übernahmeziele im US-Fondsmanagement für globale Expansion
Japans größte Investmentbank baut auf dem 1,8-Milliarden-Dollar-Kauf von Macquarie-Sparten auf und hebt Gewinnziele um 50 Prozent an.

Japans größte Investmentbank Nomura Holdings sucht aktiv nach Übernahmekandidaten im US-amerikanischen Fondsmanagement. CEO Kentaro Okuda bestätigte diese Pläne am Freitag auf der jährlichen Investorenkonferenz des Unternehmens in Tokio. Ziel ist es, das im vergangenen Jahr erworbene US- und Europa-Geschäft von Macquarie Asset Management gezielt zu ergänzen.
„Nachdem wir diese große US-Investition getätigt haben, suchen wir nun nach Unternehmen oder Sparten mit Produkten, die diese ergänzen", sagte Okuda. Der Kauf der Public-Asset-Management-Sparten von Macquarie für 1,8 Milliarden US-Dollar war die größte Übernahme Nomuras seit dem Erwerb von Vermögenswerten der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 – wenngleich diese Investition später abgeschrieben werden musste.
Ambition: Vom Inlandsbroker zum Global Player
Okuda machte deutlich, dass Nomura international bereits als globales Unternehmen wahrgenommen wird – in Japan hingegen noch nicht. „Im Ausland werden wir als globales Unternehmen wahrgenommen, aber in Japan sieht man uns als inländische Firma", sagte der CEO. Er betonte, dass das Unternehmen künftig auch der japanischen Öffentlichkeit und seinen Kunden im Heimatmarkt vermitteln wolle, welche Leistungen Nomura weltweit erbringt und wie viel Gewinn international erwirtschaftet wird.
Dieser Anspruch wird durch konkrete Zahlen untermauert: Nach zwei Jahren mit Rekordgewinnen hob Nomura am Donnerstag seine mittelfristige Gewinnprognose um 50 Prozent an. Für das im März 2031 endende Geschäftsjahr peilt das Unternehmen nun ein Vorsteuerergebnis von mindestens 750 Milliarden Yen – umgerechnet rund 4,7 Milliarden US-Dollar – an.
Ehrgeizige Ziele im Investment Management und Private Credit
Speziell für den Bereich Investment Management strebt Nomura bis März 2031 ein jährliches Vorsteuerergebnis von 150 Milliarden Yen an. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem bisherigen Ziel von 100 Milliarden Yen. Besonders ambitioniert sind die Pläne im Segment Private Credit: Nomura will das dort verwaltete Vermögen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030/31 auf mehr als 5 Milliarden US-Dollar verzehnfachen – ausgehend von lediglich 500 Millionen US-Dollar im laufenden, im März 2026 endenden Geschäftsjahr.
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Zur AktienanalyseDas ist bemerkenswert, denn der Private-Credit-Markt steht derzeit unter Druck. Sorgen über die Kreditwürdigkeit globaler Private-Credit-Fonds haben in den vergangenen Monaten eine Welle von Rücknahmeforderungen ausgelöst. Nomura-Manager Hiroyasu Koike, Leiter des Bereichs Investment Management, versuchte diese Bedenken zu zerstreuen: „Unsere Private-Credit-Bilanz bezieht sich auf den Vertrieb von Private Credit, die als Anlageprodukte gehalten werden, sodass das Risiko, das wir in unserer eigenen Bilanz eingehen, äußerst begrenzt ist."
Für deutsche Anleger und institutionelle Investoren ist Nomuras Expansionskurs von Bedeutung: Das Unternehmen positioniert sich als ernstzunehmender globaler Vermögensverwalter, der sowohl im liquiden als auch im alternativen Anlagesegment wächst. Die Kombination aus gezielten Akquisitionen, ambitionierten Gewinnzielen und dem Ausbau des Private-Credit-Geschäfts zeigt, dass Nomura den Wettbewerb mit etablierten westlichen Asset-Managern aktiv sucht.


