Nomura erzielt Rekordgewinn trotz Risiken durch Nahost-Konflikt
Japans größte Investmentbank meldet zweiten Rekordgewinn in Folge und sieht strukturelle Wachstumsfaktoren unberührt.

Nomura, Japans größte Investmentbank und Brokerhaus, hat für das Geschäftsjahr 2024/25 den zweiten Rekordgewinn in Folge gemeldet. Der Jahresüberschuss stieg von 340,7 Milliarden Yen im Vorjahr auf 362,1 Milliarden Yen. Gleichzeitig erklärte das Unternehmen, dass der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran die strukturellen Wachstumsfaktoren im japanischen Heimatmarkt bislang nicht beeinträchtigt habe.
Auch auf Quartalsbasis überzeugte Nomura: Der Nettogewinn für den Zeitraum Januar bis März stieg im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 73,9 Milliarden Yen, umgerechnet rund 462,6 Millionen US-Dollar. Die Wholesale-Sparte, die das Investmentbanking und den Handel umfasst, verzeichnete dabei den höchsten Jahresumsatz seit ihrer Gründung im April 2010.
Strukturelle Wachstumstreiber in Japan intakt
Finanzvorstand Hiroyuki Moriuchi zeigte sich bei einem Briefing vorsichtig optimistisch. „Die Märkte waren bisher günstig, aber derzeit gibt es verschiedene Risikofaktoren", sagte er. „Bei M&A und an den Eigenkapitalmärkten könnten einige Entscheidungen aufgeschoben werden, aber mittel- bis langfristig gesehen sind die strukturellen Herausforderungen für japanische Unternehmen, wie die schrumpfende Bevölkerung und das Ziel der Auslandsexpansion, von der Lage im Nahen Osten unberührt."
Das Ende der Deflation in Japan und der sich verschärfende Arbeitskräftemangel treiben Unternehmen zu Restrukturierungen und Wachstumsinvestitionen an. Nomura profitiert davon als Finanzberater bei einigen der größten M&A-Transaktionen des Landes. Im vergangenen Quartal begleitete die Bank unter anderem die Geschäftszusammenführung zwischen der Gunma Bank und der Daishi Hokuetsu Financial Group im Wert von 859,7 Milliarden Yen sowie die Emission von Wandelanleihen durch Nippon Steel im Volumen von 600 Milliarden Yen.
Moriuchi schloss sogar eine Belebung des M&A-Geschäfts durch den Nahost-Konflikt nicht aus: „Wir könnten mehr M&A-Aktivitäten als Reaktion auf die Bedingungen im Nahen Osten sehen, falls sich die Lieferketten erheblich verändern. Ich erwarte nicht, dass die Aktivität mittel- bis langfristig deutlich sinken wird."
Rekord bei alternativen Anlagen, Private Credit unter Kontrolle
Neben dem marktabhängigen Wholesale-Geschäft baut Nomura konsequent sein Wealth Management und Investment Management aus. Ziel ist eine stabile Basis aus wiederkehrenden Provisionserträgen, die weniger anfällig für Marktschwankungen sind. Als Teil dieser Strategie forciert das Unternehmen alternative Anlagen, darunter Private Equity, Private Credit und Immobilien.
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Zur AktienanalyseDas verwaltete Vermögen im Bereich alternative Anlagen erreichte Ende März einen Rekordwert von 3,6 Billionen Yen. Damit unterstreicht Nomura seinen Anspruch, sich als Anbieter komplexer Anlageprodukte jenseits des klassischen Brokergeschäfts zu positionieren.
Angesichts einer Welle von Rücknahmeanträgen bei US-amerikanischen Private-Credit-Fonds, die weltweit Befürchtungen über Abschreibungen bei Finanzinstituten ausgelöst hat, betonte ein Nomura-Sprecher die überschaubare Risikoposition des Hauses. „Wir sind keine Geschäftsbank, daher haben wir kein großes Engagement", sagte er und bezifferte das Volumen auf „etwa 2 Milliarden US-Dollar in unserer Wholesale-Sparte und 400 Millionen US-Dollar im Investment Management". Die Private-Credit-Branche in Japan stecke zudem noch in den Kinderschuhen, was das Risiko zusätzlich begrenzt.
Der Sprecher ergänzte: „Wir sind über Regionen und Sektoren hinweg diversifiziert und bewerten ordnungsgemäß zum Marktwert, sodass wir die Lage unter Kontrolle halten können." Für Nomura bleibt die Strategie klar: provisionsbasierte Erträge stärken, Risiken diversifizieren und von Japans wirtschaftlichem Strukturwandel profitieren.

