Nixon-Schock 1971: Als „America First" die Weltwährungsordnung erschütterte
Ein FT-Podcast beleuchtet, wie Nixon die Goldbindung des Dollars aufhob – und welche Parallelen zur heutigen US-Politik bestehen.

Wenn der Name Richard Nixon fällt, denken die meisten Menschen sofort an den Watergate-Skandal. Dabei gerät eine seiner folgenreichsten wirtschaftspolitischen Entscheidungen oft in Vergessenheit: die Aussetzung der Konvertierbarkeit des US-Dollars in Gold im Jahr 1971. Dieser Schritt, der als „Nixon-Schock" in die Geschichte einging, veränderte die globale Währungsordnung der Nachkriegszeit grundlegend.
Der „Nixon-Schock" gilt als klassische „America First"-Politik – lange bevor dieser Begriff politische Karriere machte. Nixon erschütterte damit das Bretton-Woods-System, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die internationalen Währungsbeziehungen geregelt hatte. Doch laut Historikern war sein primäres Ziel weniger, die engsten Verbündeten der USA zu brüskieren, als vielmehr die heimische Wirtschaft anzukurbeln und seine Wiederwahl zu sichern.
Der Nixon-Schock und seine globalen Folgen
Der FT-Podcast „The Story of Money" widmet sich in seiner zweiten Folge zu diesem Thema den Konsequenzen dieser wegweisenden Entscheidung. Professor Jeffrey Garten, Autor des Buches „Three Days at Camp David: How a Secret Meeting in 1971 Transformed the Global Economy" (2021), schildert darin die historischen Nachwirkungen des Nixon-Schocks. Die Moderatoren Gillian Tett und Robin Wigglesworth ziehen dabei Parallelen zur heutigen „America First"-Präsidentschaft.
Die Folge reiht sich in eine wachsende akademische und journalistische Debatte ein, die den Bogen von der Wirtschaftspolitik der frühen 1970er-Jahre zur Gegenwart schlägt. Neben Gartens Werk werden im Podcast auch Robert Triffins „Gold and the Dollar Crisis" (1960) sowie Kenneth Rogoffs aktuelles Buch „Our Dollar, Your Problem" (2025) als weiterführende Literatur empfohlen – ein Hinweis darauf, wie zeitlos die Fragen rund um die Rolle des Dollars als globale Leitwährung sind.
Historische Einordnung für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger ist der historische Kontext besonders relevant: Das Ende des Bretton-Woods-Systems bedeutete den Übergang zu flexiblen Wechselkursen und legte den Grundstein für die heutige internationale Finanzarchitektur. Die Entscheidung Nixons hatte direkte Auswirkungen auf die Deutsche Mark und die Währungspolitik der Bundesrepublik, die sich fortan stärker an den Märkten orientieren musste.
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Zur AktienanalyseDie Parallelen zur aktuellen US-Handelspolitik, die ebenfalls unter dem Motto „America First" steht, sind laut den FT-Moderatoren Tett und Wigglesworth unübersehbar. Protektionismus, wirtschaftlicher Nationalismus und der Einsatz des Dollars als geopolitisches Instrument sind Themen, die Investoren und Währungshüter weltweit heute ebenso beschäftigen wie vor mehr als fünfzig Jahren.
Der Podcast „The Story of Money" ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf dem YouTube-Kanal der Sendung verfügbar. Executive Producer ist Manuela Saragosa, die Tonregie liegt bei Bianca Wakeman und Petros Gioumpasis. Weitere Informationen finden sich unter www.ft.com/tsom.


