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Nissan setzt in Europa auf neuen Leaf

Überarbeitete Elektro-Modelle sollen Marktanteile sichern und Werk Sunderland auslasten

Nissan setzt in Europa auf neuen Leaf

Der japanische Automobilhersteller Nissan treibt den Übergang zur Elektromobilität trotz eines schwierigen Marktumfelds weiter voran. Während Wettbewerber wie Ford ihre Elektroauto-Strategien zuletzt angesichts schwacher Nachfrage zurückgefahren haben und die EU den ursprünglich geplanten Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ab 2035 aufweicht, setzt Nissan in Europa auf eine umfassende Modelloffensive. Im Zentrum steht dabei der neu konzipierte Nissan Leaf, dessen dritte Generation nun im britischen Werk Sunderland produziert wird.

Für den Neustart investierte Nissan umgerechnet rund 500 Millionen Euro in das Modell, neue Produktionsabläufe sowie eine angepasste Lieferkette. Ziel ist es, vor allem im europäischen Massenmarkt verlorene Anteile zurückzugewinnen und der wachsenden Konkurrenz chinesischer Hersteller entgegenzutreten. Ein Großteil der weltweit verkauften Elektrofahrzeuge stammt inzwischen aus China, häufig unterstützt durch staatliche Subventionen. Großbritannien erhebt bislang keine zusätzlichen Zölle auf diese Importe, was den Wettbewerbsdruck weiter erhöht.

Der neue Leaf wurde vollständig überarbeitet und unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger. Mit einem aerodynamischeren Design und einer neu entwickelten 75-Kilowattstunden-Batterie soll das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 622 Kilometern erreichen. Die Batteriezellen stammen aus einer benachbarten Fabrik des Joint Ventures AESC, das in der Region eine neue Gigafactory errichtet. Der Einstiegspreis des Modells soll bei etwa 30.000 Pfund liegen und damit gezielt preisbewusste Käufer ansprechen.

Neben dem Leaf gehören auch überarbeitete Versionen der Modelle Micra und Juke zur europäischen Elektrooffensive. Bereits im vergangenen Jahr verfügte knapp die Hälfte der in Europa verkauften Nissan-Fahrzeuge über einen elektrifizierten Antrieb. Gleichzeitig steht der Konzern unter wirtschaftlichem Druck. Absatzrückgänge und hohe Restrukturierungskosten führten im laufenden Geschäftsjahr zu einem deutlichen Verlust. Das Werk in Sunderland ist derzeit nur etwa zur Hälfte ausgelastet, was Nissan mit der neuen Modellpalette ändern will.

Die politischen Rahmenbedingungen bewertet das Unternehmen differenziert. Während Großbritannien am geplanten Verbrenner-Aus ab 2035 festhält, signalisiert Nissan Offenheit für eine stärkere Produktion von Plug-in-Hybriden, sollte sich die Nachfrage entsprechend entwickeln. Langfristig rechnet der Konzern dennoch damit, dass sich Elektrofahrzeuge in Europa durchsetzen werden.

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