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Nissan reduziert Modellpalette und setzt auf KI-Fahrtechnologie

Der japanische Autobauer streicht elf Modelle und will bis 2030 in den USA und China je eine Million Fahrzeuge absetzen.

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Nissan reduziert Modellpalette und setzt auf KI-Fahrtechnologie

Nissan Motor plant eine umfassende Neuausrichtung seines globalen Fahrzeugangebots. Der japanische Automobilhersteller will seine Modellpalette von 56 auf 45 Modelle reduzieren und langfristig in 90 Prozent des Portfolios eine auf künstlicher Intelligenz basierende Fahrtechnologie integrieren. Das gab das Unternehmen am Dienstag in einer offiziellen Mitteilung aus Yokohama bekannt.

CEO Ivan Espinosa erläuterte die strategische Ausrichtung und betonte die Bedeutung einer fokussierten Produktstrategie: „So erwecken wir unsere Portfoliostrategie zum Leben, verankert in Rentabilität und aufgebaut auf einer schlankeren, stärkeren Modellpalette." Espinosa kündigte zudem an, die Antriebsoptionen in den Modellen zu erweitern und Gewinne in weiteres Wachstum zu reinvestieren.

Konkret stellte der Nissan-Chef eine Hybridversion des SUV-Modells Rogue – in Japan als X-Trail bekannt – sowie eine Elektroversion des Kompakt-SUV Juke vor. Bis zum Geschäftsjahr 2030 strebt Nissan einen jährlichen Absatz von jeweils einer Million Fahrzeugen in den USA und China an. In Japan soll das jährliche Absatzvolumen bis dahin auf 550.000 Einheiten gesteigert werden.

Restrukturierung auf Halbzeit

Nissan befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Sanierungsprozess. Im Rahmen des von Espinosa im vergangenen Jahr vorgestellten Restrukturierungsplans baut das Unternehmen seine weltweiten Produktionskapazitäten ab und reduziert die Belegschaft um 15 Prozent. Espinosa erklärte, der Zeitpunkt sei genau richtig, um die langfristige Vision zu schärfen, da man nun die Mitte des Sanierungsplans erreicht habe. Nissan liegt beim Absatzvolumen hinter den japanischen Konkurrenten Toyota, Honda und Suzuki und ist damit nur noch viertgrößter Automobilhersteller des Landes.

Ein Update zum Fortschritt des Restrukturierungsplans soll bei der Vorlage der Jahresergebnisse am 13. Mai präsentiert werden. Im Februar hatte Nissan seine Prognose für einen Jahresverlust deutlich gesenkt und überraschend einen Gewinn für das dritte Quartal gemeldet – ein Zeichen, dass die Sanierung Wirkung zeigt.

China als Exportbasis, USA mit mehr Lokalproduktion

Nissan verfolgt in China eine neue Strategie: Das Land soll als Exportbasis etabliert werden. Die Elektro-Limousine N7 soll nach Lateinamerika und in die ASEAN-Region geliefert werden, der Pickup Frontier Pro zusätzlich auch in den Nahen Osten. Damit dreht Nissan die klassische Logik um – statt China nur als Absatzmarkt zu nutzen, wird es zum Produktionsstandort für andere Wachstumsmärkte.

In den USA hingegen setzt Nissan auf mehr lokale Fertigung. Die Quote der in den USA produzierten Fahrzeuge soll schrittweise von derzeit rund 60 Prozent auf 80 Prozent erhöht werden. Zudem soll die Luxusmarke Infiniti durch neue Modelle verjüngt werden. In Japan plant Nissan ab dem Geschäftsjahr 2028 die Einführung einer neuen Kompaktwagenserie.

Autonomes Fahren und Robotaxi-Partnerschaft

Im Bereich autonomes Fahren setzt Nissan auf konkrete Meilensteine. Bis Ende des Geschäftsjahres 2027 soll eine durchgängige autonome Fahrfunktion im neuen Minivan Elgrand implementiert werden, dessen Markteinführung in Japan für den Sommer dieses Jahres geplant ist. Für die Entwicklung von Robotaxis ist Nissan eine Partnerschaft mit dem US-Fahrdienstvermittler Uber Technologies sowie dem britischen Startup Wayve eingegangen. Ziel ist es, bis Ende 2026 ein Pilotprogramm in Tokio zu starten.

An der Börse reagierten Anleger verhalten auf die Ankündigungen. Die Nissan-Aktie notierte zur Mittagspause zuletzt 0,7 Prozent höher – und blieb damit deutlich hinter dem Anstieg des japanischen Leitindex Nikkei von 2,4 Prozent zurück.

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