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Nissan reduziert Modellpalette und setzt auf autonomes Fahren

Der japanische Autobauer streicht elf Modelle und will bis 2030 je eine Million Fahrzeuge in den USA und China absetzen.

Nissan reduziert Modellpalette und setzt auf autonomes Fahren

Nissan, Japans viertgrößter Automobilhersteller, hat am Dienstag eine weitreichende Neuausrichtung seiner globalen Strategie bekanntgegeben. Der Konzern will seine Modellpalette von derzeit 56 auf künftig 45 Modelle reduzieren und damit schlanker und profitabler werden. Gleichzeitig setzt das Unternehmen verstärkt auf KI-gestützte Fahrtechnologie und autonomes Fahren.

CEO Ivan Espinosa präsentierte die langfristige Vision des Unternehmens und erläuterte konkrete Absatzziele: Bis zum Geschäftsjahr 2030 strebt Nissan einen jährlichen Absatz von jeweils einer Million Fahrzeugen in den USA und China an. In Japan soll das Volumen bis dahin auf 550.000 Autos pro Jahr steigen. „So erwacht unsere Portfoliostrategie zum Leben, verankert in Profitabilität und aufgebaut um eine schlankere, stärkere Modellpalette", sagte Espinosa bei der Vorstellung der Pläne.

Espinosa stellte zudem konkrete neue Modelle vor: eine Hybridversion des SUV Rogue – in Japan als X-Trail bekannt – sowie eine elektrische Version des Kompakt-SUV Juke. Nissan will darüber hinaus die Antriebsoptionen in seinen Modellen insgesamt erweitern und Gewinne in weiteres Wachstum reinvestieren.

Restrukturierung auf Halbzeit

Die neuen Ankündigungen sind Teil des umfassenden Sanierungsplans, den Espinosa im vergangenen Jahr vorgestellt hatte. Im Rahmen dieses Plans reduziert Nissan seine weltweiten Produktionskapazitäten und baut die Belegschaft um 15 Prozent ab. Espinosa betonte, der Zeitpunkt sei genau richtig, um die langfristige Vision zu schärfen, da man nun die Mitte des Restrukturierungsprozesses erreicht habe. Nissan liegt beim Absatzvolumen hinter den japanischen Konkurrenten Toyota, Honda und Suzuki.

Das Unternehmen plant zudem eine geografische Expansion: Die elektrische Limousine N7 soll nach Lateinamerika und in die ASEAN-Region geliefert werden, der Pickup Frontier Pro in den Nahen Osten. In China will Nissan den Export als strategische Säule etablieren. Für den US-Markt strebt der Konzern an, die lokale Fertigungsquote von derzeit rund 60 Prozent auf 80 Prozent zu erhöhen. Auch die Luxusmarke Infiniti soll durch neue Modelle verjüngt werden.

Autonomes Fahren und Robotaxi-Partnerschaften

Besonders ambitioniert sind Nissans Pläne im Bereich autonomes Fahren. Der neue Minivan Elgrand, dessen Markteinführung in Japan für diesen Sommer geplant ist, soll bis Ende des Geschäftsjahres 2027 mit durchgängigen autonomen Fahrfunktionen ausgestattet werden. In Japan will Nissan ab dem Geschäftsjahr 2028 zudem eine neue Kompaktwagenserie einführen.

Für den Robotaxi-Bereich hat Nissan Partnerschaften mit Uber Technologies und dem britischen KI-Startup Wayve geschlossen. Ziel ist es, bis Ende 2026 ein Pilotprogramm in Tokio zu starten. Diese Kooperationen unterstreichen den strategischen Fokus des Konzerns auf KI-gestützte Mobilitätslösungen der Zukunft.

An der Börse reagierten Anleger verhalten positiv: Die Nissan-Aktie notierte bis zur Mittagspause rund 0,7 Prozent höher, blieb damit jedoch hinter dem Anstieg des japanischen Leitindex Nikkei von 2,4 Prozent zurück. Am 13. Mai will Nissan seine Finanzergebnisse für das Gesamtjahr vorlegen. Im Februar hatte der Konzern seine Prognose für einen Jahresverlust deutlich gesenkt und überraschend einen Gewinn im dritten Quartal gemeldet – ein Zeichen, dass die Sanierung Früchte trägt.

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