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Nissan rechnet mit Milliardenverlust

Lieferkettenprobleme und US-Zölle belasten die Bilanz des japanischen Autoherstellers

Nissan rechnet mit Milliardenverlust

Nissan Motor erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen operativen Verlust von rund 275 Milliarden Yen, was umgerechnet etwa 1,82 Milliarden US-Dollar entspricht. Das Unternehmen begründet die Entwicklung vor allem mit den Auswirkungen der US-Zölle auf japanische Fahrzeuge. Gleichzeitig warnt Nissan vor zunehmenden Risiken in der Lieferkette, die in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zum größten Belastungsfaktor werden könnten.

Durch ein neues Handelsabkommen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten werden die Einfuhrzölle auf japanische Autos zwar auf 15 Prozent gesenkt, wodurch sich der negative Effekt im zweiten Halbjahr verringern dürfte. Dennoch rechnet der Konzern mit anhaltendem Druck auf die Profitabilität. Finanzvorstand Jeremie Papin erklärte, dass Nissan Maßnahmen zur Abmilderung der Zollfolgen eingeleitet habe, nannte jedoch keine Details. Zugleich warnte er, dass der freie Cashflow für das gesamte Jahr aufgrund verschiedener Risiken in der Lieferkette negativ bleiben werde.

Besonders betroffen ist die Branche von Engpässen bei Halbleitern. Die jüngsten Exportbeschränkungen des niederländischen Chip-Herstellers Nexperia verschärfen die Situation zusätzlich. Zudem belasten Handelskonflikte zwischen China und den USA die Versorgung mit Seltenerdmagneten, die in zahlreichen Fahrzeugkomponenten verwendet werden. Papin wies darauf hin, dass sowohl die Chipproblematik als auch ein Brand in Nordamerika, der die Aluminiumversorgung beeinträchtigte, nicht ausschließlich Nissan betreffen.

Positiv wirkte sich dagegen aus, dass die Kosten im Zusammenhang mit Emissionsvorschriften geringer ausfielen als erwartet und weitere Einsparungen erzielt wurden. Dadurch konnte der Verlust im ersten Halbjahr auf 30 Milliarden Yen reduziert werden, nachdem zuvor ein Fehlbetrag von 180 Milliarden Yen prognostiziert worden war. Angaben zum Nettogewinn für das Gesamtjahr machte Nissan noch nicht. Die Zahlen für das zweite Quartal sollen am 6. November veröffentlicht werden.

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