NiSource sichert Stromverträge mit Alphabet und Amazon für Rechenzentren
Der US-Energieversorger NiSource versorgt künftig Rechenzentren von Alphabet und Amazon mit Strom – und schützt dabei Haushaltskunden vor Mehrkosten.

Der US-Energieversorger NiSource hat am Donnerstag einen langfristigen Energieliefervertrag mit einer Tochtergesellschaft von Alphabet unterzeichnet. Der Vertrag dient der Stromversorgung eines großen Rechenzentrums im Norden des US-Bundesstaates Indiana. Die Stromlieferung soll voraussichtlich im Sommer 2026 beginnen.
Gleichzeitig gab NiSource bekannt, eine bestehende Vereinbarung mit Amazon zu erweitern. Ziel ist es, die Stromlieferung an Amazon-Standorte zu beschleunigen und Gutschriften auf die Stromrechnungen für Haushalte vorzuziehen. Damit baut NiSource seine Rolle als Energiepartner für die großen Technologiekonzerne weiter aus.
Hintergrund: KI treibt Energiehunger der Rechenzentren
Große Technologieunternehmen suchen weltweit verstärkt nach neuen, zuverlässigen und saubereren Energiequellen. Der Grund: Ihre Rechenzentren expandieren rasant, angetrieben durch die wachsende Nutzung von Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Dieser Trend stellt Energieversorger vor enorme Herausforderungen – aber auch vor erhebliche Geschäftschancen.
NiSource begegnet dieser Nachfrage mit seinem sogenannten GenCo-Modell. Dabei werden Großkunden über dedizierte Erzeugungs- und Marktressourcen mit Strom versorgt, ohne dass Bestandskunden mit Zusatzkosten belastet werden. Das Modell soll systemweite Einsparungen erzielen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit für alle Kunden gewährleisten.
GenCo-Modell: Haushaltskunden sollen profitieren
Ein zentrales Ziel des GenCo-Modells ist es, sicherzustellen, dass auch bestehende Kunden von neuen Großverbrauchern profitieren. Die geschätzten Einsparungen belaufen sich auf rund 1,25 Milliarden US-Dollar – das entspricht etwa 90 bis 115 US-Dollar pro Jahr und Haushalt.
Für die technische Umsetzung werden NIPSCO und GenCo gemeinsam die Erzeugungs- und Übertragungsinfrastruktur bereitstellen. Rund 340 Megawatt stammen dabei aus einem Portfolio im Besitz von GenCo, ergänzt durch bis zu 175 Megawatt aus saisonalen Marktzukäufen.
Lloyd Yates, Präsident und CEO von NiSource, kommentierte die Vereinbarungen wie folgt: „Die heute angekündigten Kosteneinsparungen erweitern die zuvor angekündigten 1 Milliarde US-Dollar an Kundeneinsparungen mit Amazon, während wir weiterhin eng mit einer breiten Koalition von Interessengruppen zusammenarbeiten, um diese GenCo-Vision zu verwirklichen."
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Zur AktienanalysePolitischer Gegenwind in anderen US-Bundesstaaten
Nicht überall stoßen solche Großprojekte auf Zustimmung. Abgeordnete im US-Bundesstaat Maine stimmten Anfang dieser Woche für einen Gesetzentwurf, der die Genehmigung neuer großer Rechenzentren stoppen würde. Hintergrund sind wachsende Sorgen, dass der schnelle Ausbau stromintensiver Anlagen die lokalen Netze belasten und die Energiekosten für Haushalte in die Höhe treiben könnte.
NiSource versucht mit seinem GenCo-Ansatz genau diesen Bedenken entgegenzuwirken – indem das Unternehmen transparent macht, wie Großverbraucher zur Entlastung der Haushaltskunden beitragen können. Ob dieses Modell Schule macht und auch in anderen US-Bundesstaaten Anwendung findet, bleibt abzuwarten.


